1 Jahr Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft
Die „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ feiert ihr einjähriges Bestehen und ich gratuliere! Eine erste Bilanz zeigt, wir sind auf einem guten Weg, die Kultur- und Kreativwirtschaft dauerhaft als Wachstumsbranche zu etablieren. Für das „Land der Dichter und Denker“ birgt die Kreativbranche ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Mit einer Wertschöpfung von 63 Milliarden Euro und rund einer Millionen Beschäftigten gehört die Branche zu den stärksten Zugpferden unserer Volkswirtschaft.
Dabei sind es vor allem die kleinen Unternehmen, die Innovation wagen und mit dem Einsatz neuer Technologien der Branche Aufwind geben. Diese Kreativschmieden müssen stärker von bestehenden Förderprogrammen profitieren können! Hier gilt es, aktiv den Dialog zu suchen und ein Expertennetzwerk zu schaffen, um Kleinunternehmen besser beraten und Hilfestellung geben zu können. Die ersten Schritte sind getan und auch in der nächsten Legislaturperiode werde ich mich weiter dafür einsetzen, dass Deutschland als Kulturlandschaft und Wirtschaftsstandort von seinen kreativen Köpfen gewinnen kann.

Audiobeitrag: Interview mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Dagmar Wöhrl Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Herr Steinmeier, den Kreativpakt gibt es bereits!
Zu den jüngsten Forderungen nach einem „Kreativpakt“ erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Dagmar Wöhrl: „Herr Steinmeier, den Kreativpakt gibt es bereits!“
„Ich finde es überraschend, dass der Außenminister einen Kreativpakt fordert. Ihm scheint entgangen zu sein, dass eine entsprechende Initiative vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung bereits vor mehr als einem Jahr ins Leben gerufen wurde. Seitdem stehen wir in einem intensiven und fruchtbaren Dialog mit Kreativschaffenden aus den verschiedensten Bereichen.
Mit 63 Milliarden Euro Wertschöpfung und einer Million Beschäftigten ist die Kultur- und Kreativwirtschaft für den Standort Deutschland von enormer Bedeutung. Deswegen ist es positiv, wenn dieses Thema von der SPD – wenn auch mit großer Verspätung – ebenfalls entdeckt wird. Natürlich ist jeder, dem die Anliegen und Interessen der Kultur- und Kreativwirtschaft am Herzen liegen, gern eingeladen, bei unserem Kreativpakt mitzumachen.“
Rede anlässlich des Branchenhearings Musikwirtschaft am 5. Mai 2009 in Berlin
Kultur- und Kreativwirtschaft ist vielfältig und bunt. Dies wollen wir auch mit dem von uns gewählten Logo zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig wollen wir deutlich machen, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft eine Reihe von Teilbranchen umfasst. Teilbranchen interagieren vielfältig: So sind z. B. für die Musikwirtschaft auch Designer, Grafiker und Werbeagenturen tätig. Außerdem ist die Musikwirtschaft in vielfältiger Weise mit dem Markt für darstellende Künste verbunden. Auch diese Verzahnung, dieses Zusammenspiel soll durch Logo zum Ausdruck gebracht werden. Bei allen Unterschieden: Die Teilbranchen haben eine ganz wesentliche Gemeinsamkeit: Ihre schöpferische Aktivität.
Was wollen wir nun mit der heutigen Veranstaltung – unserem letzten von elf Branchenhearings – erreichen? Nach unserer branchenübergreifenden Auftaktveranstaltung, die am 7. Mai 2008 in Berlin im BMWi stattgefunden hat, wollen wir den begonnenen Dialog mit den einzelnen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft fortsetzen, intensivieren und vertiefen. Denn: Für ihre weiteren Arbeiten ist die BReg auf Ihre Unterstützung, Ihr Know-how und Ihre Mithilfe angewiesen. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es, Sie über die Ziele der Initiative und das weitere Vorgehen zu informieren. Weiterhin soll die Veranstaltung dazu dienen, Ihre Einschätzungen zur wirtschaftlichen Bedeutung und Entwicklung der Musikwirtschaft sowie Ihre Erwartungen an eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit kennen zu lernen.
Ich möchte mich bereits jetzt für die von Ihnen im Vorfeld übermittelten Antworten zu unseren Fragen bedanken. Ohne Übertreibung lässt sich die Musikwirtschaft als ein Kosmos unterschiedlichster, komplexer und musikrelevanter Wirtschaftsaktivitäten beschreiben, der wirtschaftlich eine beachtliche Bedeutung hat. Nach Schätzungen lag der Umsatz im Jahr 2008 bei 5,4 Mrd. Euro. 11.300 Unternehmen und 36.600 Erwerbstätige sind in Ihrer Branche tätig. Das in Ihrer Branche am stärksten bewegende Thema ist die Digitalisierung, die auch andere Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft (Filmwirtschaft, Pressemarkt, Buchmarkt etc.) vor große Herausforderungen stellt.
Branchenhearing Kultur- und Kreativwirtschaft
Bereits zum achten Mal habe ich zu einem Branchenhearing eingeladen, um im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft über zukünftige Herausforderungen der Pressewirtschaft zu diskutieren. Für mich sind solche Branchenhearings wichtig, um gemeinsam im Dialog zwischen Politik und Wirtschaft auf Veränderungen in den verschiedenen Branchen reagieren zu können.
Zentrales Thema war die digitalisierte Medienwelt und Finanzierungsmodelle für Zeitungen im Internetzeitalter sowie die Frage, wie die “Zeitung der Zukunft” aussehen könnte. Mir persönlich ist es wichtig, die Erfüllung des Grundgesetzauftrags für eine unabhängige und qualitative Presse auch in Zukunft und unter den sich ändernden Voraussetzungen zu gewährleisten und speziell den journalistischen Nachwuchs zu fördern.
Ich bin davon überzeugt, dass die deutsche Pressewirtschaft die Herausforderungen von Digitalisierung und Medienwandel auch weiterhin mit großem Innovationswillen annehmen und meistern wird.

Aktuelle Wirtschaftsdaten zur Kultur- und Kreativwirtschaft
Wöhrl: “Ökonomische Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft ist weiter gewachsen”
Im Rahmen ihrer Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft hat die Bundesregierung eine Untersuchung zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Auftrag gegeben. Die ersten Zwischenergebnisse wurden am 27. Oktober 2008 in einem Expertenworkshop im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie diskutiert.
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dagmar G. Wöhrl: “Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat im Jahr 2007 nach Schätzungen einen Umsatz in Höhe rund 128 Mrd. Euro erzielt. Dieser ist damit gegenüber dem Jahr 2006 um mehr als 3 Prozent gewachsen. Weiter gestiegen ist auch die Zahl der Unternehmen und der Erwerbstätigen: 227.000 Unternehmen und 1 Mio. Erwerbstätige sind mittlerweile in diesem Wirtschaftsbereich tätig. Dies sind sehr positive Befunde, die die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft nochmals nachdrücklich unterstreichen.”
Insgesamt umfasst die Kultur- und Kreativwirtschaft elf Teilmärkte. Der Kulturwirtschaft sind die neun Teilmärkte Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Darstellende Kunst, Designwirtschaft, Architekturmarkt und Pressemarkt zuzurechnen. Zusätzlich sind die beiden Teilmärkte Werbemarkt sowie Games-Industrie/Software als Kreativbranchen mit einbezogen. Auftragnehmer des Forschungsgutachtens sind das Büro für Kulturwirtschaftsforschung, Köln (KWF), die Prognos AG, Berlin und das Unternehmen Creative Business Consult (CBC), Bremen.
Der Abschlussbericht wird Ende 2008 vorliegen.
Pressemitteilung des BMWI vom 28.10.2008



