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Dieser Artikel stammt aus der Zeit meiner politischen Arbeit bis Oktober 2017 und kann überholte Informationen enthalten.

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Die jetzige Hilfe für Madaja kann nur ein erster Schritt sein.

Die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ) im Deutschen Bundestag, Dagmar G. Wöhrl erklärt:

Ich begrüße es, dass der Druck des UN-Sicherheitsrats gewirkt hat und die Hilfskonvois des Internationalen Roten Kreuzes jetzt endlich Zugang zu den 40.000 hungernden Menschen in Madaja erhalten haben. Nach der ersten Bestandsaufnahme in der belagerten Stadt zeigt sich eine katastrophale Situation. Die weiteren 400 Menschen, die ohne sofortige medizinische Versorgung unmittelbar vom Tod bedroht sind, müssen umgehend aus der Stadt geholt werden.

Dass der syrische UN-Botschafter Jaafari zuvor erklärt hat, es gebe gar keine Hunger leidenden Menschen in Madaja, die Berichte als „erfunden“ bezeichnet hat und darauf besteht, dass die syrische Regierung keine Strategie des Hungerns gegen ihre eigene Bevölkerung anwende, zeigt einmal mehr die menschenverachtende Haltung des Assad-Regimes. Assad muss jetzt weitere Hilfen für Madaja zulassen, denn eine Lieferung wird das Problem nicht lösen. Es muss eine konstante Versorgung der Stadt sichergestellt werden. Auch Hilfen für die anderen belagerten Städte in Syrien müssen zugelassen werden. Das gezielte Aushungern von Zivilisten ist nach dem Völkerrecht ein eindeutiges Kriegsverbrechen und muss beendet werden.

Hintergrund:
Die Stadt Madaja liegt 25 Kilometer westlich von der Hauptstadt Damaskus. 40.000 Menschen sind dort seit einem halben Jahr eingekesselt. Nach einer Sperrung des Belagerungsrings durch Truppen des Assad-Regimes und die mit ihm verbündete Hisbollah wurde auf internationalen Druck erstmals seit Oktober 2015 ein Hilfskonvoi zur Versorgung der Menschen in die Stadt gelassen. 44 LKWs des Internationalen Roten Kreuzes wurde der Zugang nach Madaja gewährt.

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