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Dieser Artikel stammt aus der Zeit meiner politischen Arbeit bis Oktober 2017 und kann überholte Informationen enthalten.

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Notwendige Reformen beim Tierschutz

Heute Mittag hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Reform des Tierschutzgesetzes beschlossen, der nun in den Bundestag eingebracht wird. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner packt mit den Gesetz einige dringend notwendige Reformen für den Tierschutz an, u. a. das Verbot des Schenkelbrands bei Pferden und der Kastration von Ferkeln ohne Betäubung. Verboten werden sollen weitestgehend auch Tierversuche mit Menschenaffen. Mit dem Gesetz werden außerdem Möglichkeiten geschaffen, das Halten von bestimmten Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Außerdem wird das Qualzuchtverbot präzisiert.

Auf den ersten Blick geht es vielleicht unter, aber in meinen Augen eine besonders wichtige Reform: Die Bundesländer erhalten künftig die Möglichkeit, den freien Auslauf von Hauskatzen zu verbieten. Damit wird ein Problem an der Wurzel angepackt, das leider immer größer wird. Wir haben im Tierheim Nürnberg derzeit fast 200 junge Kätzchen in Obhut, weil immer wieder unkastrierte Hauskater streunern, sich unkontrolliert mit wilden Katzen vermehren und sich für den Katzennachwuchs dann kein zu Hause findet. Wenn alle Katzenhalter ihre Tiere kastrieren ließen, gäbe es weniger wildlebende, streunende Katzen. Deren Lebensbedingungen entsprechen bei weitem nicht dem, was „wild“ suggeriert, sondern sie sind vielmehr mitleiderregend. Verantwortungsvolle Katzenhalter sollten ihre Tiere kastrieren lassen. Solange nicht alle dieser Verantwortung nachkommen, können die Bundesländer künftig den Auslauf verbieten.

Ich bin froh, dass diese Themen angepackt werden. Wenngleich es noch viele Bereiche gibt, wo im Sinne des Tierschutzes Reformen dringend notwendig sind, ist die jetzige Reform ein Fortschritt. Der Bauernverband argumentiert beispielsweise heftig gegen das Schenkelbrandverbot bei Pferden, weil dadurch ein tierzüchterisches Kulturgut zerstört werde, das für die deutsche Pferdezucht bisher ein Aushängeschild gewesen sei. Spätestens allerdings seitdem die Mikrochipkennzeichnung von Pferden vorgeschrieben ist, sollte sich so eine „Tradition“ in meinen Augen überlebt haben.

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