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Dieser Artikel stammt aus der Zeit meiner politischen Arbeit bis Oktober 2017 und kann überholte Informationen enthalten.

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Die Jagd geht weiter… Meine Antworten auf diverse Presseanfragen

error buttonIn diesen aufgeregten Zeiten habe ich natürlich Verständnis, dass wir CSU-Abgeordnete einer intensiven Überprüfung Stand halten müssen. Dies finde ich auch richtig und ist in Ordnung.

Da ich nichts zu verheimlichen habe, veröffentliche ich die an mich gerichteten Presseanfragen samt Antworten auf meiner Homepage, bevor Artikel hierzu erschienen sind.

Jeder kann sich dann selbst ein Bild machen, was die Medien daraus für eine Berichterstattung machen:

Lieber Herr Neukirch,

es ist immer wieder eine Freude, von Ihnen zu hören! Ich möchte Ihre beiden Fragen nachstehend gemeinsam beantworten:

Trifft es zu, dass Sie sich von der Bundestagsdebatte am 14. Dezember 2012 mit der Begründung abgemeldet haben, Sie seien krank?

Trifft es zu, dass Sie an diesem Tag eine Urlaubsreise nach Sri Lanka angetreten haben?

Wie Sie dem beigefügten Schreiben an Bundestagspräsidenten Norbert Lammert entnehmen können, habe ich mich für den 13. und 14. Dezember 2012 aus akuten gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen. Ich hatte damals und habe auch noch heute massive Probleme mit meinem Knie aufgrund eines Betriebsunfalls und musste mich im November und Dezember 2012 mit einem Rollstuhl bzw. Krücken fortbewegen. Gegen die ausdrückliche Empfehlung meiner Ärzte, habe ich mich nicht krankschreiben lassen, sondern habe aufgrund der vielen wichtigen parlamentarischen Termine, weitergearbeitet. Eine Operation im Februar diesen Jahres brachte kurze Besserung, aber inzwischen leide ich wieder unter einem stark angeschwollenen Knie und einer daraus resultierenden verstärkten Thrombosegefahr. Gerne stelle ich Ihnen Röntgenaufnahmen und ähnliches für Ihre investigative Recherche zur Verfügung.

Meine Reise nach Sri Lanka war seit November geplant, da ich dort seit Jahren Projekte mit meiner gemeinnützigen Stiftung, der Emanuel Wöhrl Stiftung, privat unterstütze. Der Flug am Freitagnachmittag war der einzige Direktflug in dieser Zeit und da ich mit Rollstuhl und Krücken vereisen musste, habe ich mich für diesen Flug entschieden. Der Flug lag allerdings grundsätzlich am Ende und nach Abschluss der Sitzungswoche, der letzten vor den Weihnachtsferien. Nachdem ich am 6. Dezember über den blauen Plan der Bundestagsverwaltung über die namentliche Abstimmung am Freitag informiert wurde, habe ich meine Abwesenheit mit der parlamentarischen Geschäftsführung abgesprochen. Da die Mehrheit der Regierungskoalition sichergestellt war, plante ich mich ordnungsgemäß abzumelden.

In der Sitzungswoche vom 10. Dezember 2012 verschlimmerte sich der Zustand meines Knies weiter, sodass ich mich am Donnerstag dazu entschied, noch einmal einen gesundheitliche Überprüfung durchzuführen, da zum einen eine erhöhte Thrombosegefahr bestand und zum andere meine Schmerzen immer größer wurden. Hierfür bin ich dann am Donnerstagabend nach Nürnberg zu meinem Arzt geflogen. Ich habe versucht meine Abreise aus Berlin soweit wie möglich nach hinten zu verschieben, um an den Abstimmungen teilnehmen zu können, allerdings fanden diese dann auch erst am Abend statt, sodass ich sie leider verpasst habe.

Da ich aus meiner langjährigen Erfahrung mit Wahlkämpfen weiß, dass ich im Wahljahr wenig Zeit für meine Stiftung haben werde, war es mir aber persönlich wichtig, mich hierfür nochmals einsetzen zu können. Ich bin der Überzeugung, dass diese verpassten Abstimmungen, meine fast 20-jährige Arbeit im Deutschen Bundestag nicht beeinträchtigen. Falls ich hierdurch allerdings jemanden verletzt oder enttäuscht haben sollte, tut mir dies aufrichtig leid.

Mir ist bewusst, dass derzeit das Abgeordneten-Bashing en vogue ist und insbesondere CSU-Abgeordnete sich einer genauen persönlichen Überprüfung durch die Medien stellen müssen, was auch richtig ist. Schön wäre es aber, wenn die Presse Informationen über politische Themen, Verhandlungen und Ergebnisse, die ich stets zur Verfügung stelle, auch einmal in der Berichterstattung berücksichtigt würden.

In den letzten Jahren wurde mir viel Aufmerksamkeit Ihres Blattes zu Teil. Wenn auch immer nur mit negativer Berichterstattung, aber da gilt wohl der journalistische Grundsatz: good news is no news.

Wie ich Ihnen auch schon in unserer früheren Korrespondenz geschrieben habe, würde ich mich freuen, wenn Ihr Blatt einmal Platz für die Entwicklungspolitik finden könnte. Zur Entwicklungszusammenarbeit beantworte ich natürlich auch gerne Ihre Fragen.

Mit den besten Grüßen

Lieber Herr Ritzer,

Ich habe Ihre Anfrage heute Vormittag weitergeleitet bekommen und bedanke mich auch noch einmal für Ihren Anruf in meinem Büro gegen 11 Uhr. Ich muss Ihnen aber sagen, dass sich meine Arbeit als Bundestagsabgeordnete nicht um Presseanfragen dreht bzw. ich nicht alles stehen und liegen lassen kann, nur weil mich Interviewfragen erreichen.

Dennoch habe ich nun meinen geplanten Tagesablauf unterbrochen, um auf Ihre Frage wie folgt, zu antworten:

Trifft es zu, dass Sie der Abstimmung über den Bundeswehreinsatz am 14. Dezember 2012 im Bundestag fernblieben und was war der Grund für Ihre Absenz?

Wie Sie dem beigefügten Schreiben an Bundestagspräsidenten Norbert Lammert entnehmen können, habe ich mich für den 13. und 14. Dezember 2012 aus akuten gesundheitlichen Gründen entschuldigen lassen. Ich hatte damals und habe auch noch heute massive Probleme mit meinem Knie aufgrund eines Betriebsunfalls und musste mich im November und Dezember 2012 mit einem Rollstuhl bzw. Krücken fortbewegen. Gegen die ausdrückliche Empfehlung meiner Ärzte, habe ich mich nicht krankschreiben lassen, sondern habe aufgrund der vielen wichtigen parlamentarischen Termine, weitergearbeitet. Eine Operation im Februar diesen Jahres brachte kurze Besserung, aber inzwischen leide ich wieder unter einem stark angeschwollenen Knie und einer daraus resultierenden verstärkten Thrombosegefahr. Gerne stelle ich Ihnen Röntgenaufnahmen und ähnliches für Ihre investigative Recherche zur Verfügung.

Meine Reise nach Sri Lanka war seit November geplant, da ich dort seit Jahren Projekte mit meiner gemeinnützigen Stiftung, der Emanuel Wöhrl Stiftung, privat unterstütze. Der Flug am Freitagnachmittag war der einzige Direktflug in dieser Zeit und da ich mit Rollstuhl und Krücken vereisen musste, habe ich mich für diesen Flug entschieden. Der Flug lag allerdings grundsätzlich am Ende und nach Abschluss der Sitzungswoche, der letzten vor den Weihnachtsferien. Nachdem ich am 6. Dezember über den blauen Plan der Bundestagsverwaltung über die namentliche Abstimmung am Freitag informiert wurde, habe ich meine Abwesenheit mit der parlamentarischen Geschäftsführung abgesprochen. Da die Mehrheit der Regierungskoalition sichergestellt war, plante ich mich ordnungsgemäß abzumelden.

In der Sitzungswoche vom 10. Dezember 2012 verschlimmerte sich der Zustand meines Knies weiter, sodass ich mich am Donnerstag dazu entschied, noch einmal einen gesundheitliche Überprüfung durchzuführen, da zum einen eine erhöhte Thrombosegefahr bestand und zum andere meine Schmerzen immer größer wurden. Hierfür bin ich dann am Donnerstagabend nach Nürnberg zu meinem Arzt geflogen. Ich habe versucht meine Abreise aus Berlin soweit wie möglich nach hinten zu verschieben, um an den Abstimmungen teilnehmen zu können, allerdings fanden diese dann auch erst am Abend statt, sodass ich sie leider verpasst habe.

Da ich aus meiner langjährigen Erfahrung mit Wahlkämpfen weiß, dass ich im Wahljahr wenig Zeit für meine Stiftung haben werde, war es mir aber persönlich wichtig, mich hierfür nochmals einsetzen zu können. Ich bin der Überzeugung, dass diese verpassten Abstimmungen, meine fast 20-jährige Arbeit im Deutschen Bundestag nicht beeinträchtigen. Falls ich hierdurch allerdings jemanden verletzt oder enttäuscht haben sollte, tut mir dies aufrichtig leid.

Mir ist bewusst, dass derzeit das Abgeordneten-Bashing en vogue ist und insbesondere CSU-Abgeordnete sich einer genauen persönlichen Überprüfung durch die Medien stellen müssen, was auch richtig ist. Schön wäre es aber, wenn die Presse Informationen über politische Themen, Verhandlungen und Ergebnisse, die ich stets zur Verfügung stelle, auch einmal in der Berichterstattung berücksichtigt würden.

Mit den besten Grüßen,
Dagmar Wöhrl

Nachstehend finden Sie alle relevanten Dokumente: zum Download:

Schriftliche Entschuldigung an Bundestagspräsidenten Norbert Lammert Antworten auf die Fragen des Spiegel Antworten auf die Fragen der SZ

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22 Responses to Die Jagd geht weiter… Meine Antworten auf diverse Presseanfragen

  1. Mobius 13. Mai 2013 at 10:51 #

    Auch wenn ich kein CSU-Fan bin, muss ich hier doch Respekt ausdrücken.

    Ich weiß nicht, wie viele Leute jetzt hier unter „Team Woehrl“ schreiben, aber so viel Energie beim Beantworten von offensichtlichen Trollposts betrachte ich mit einer Mischung aus Bewunderung, leicht zynischer Belustigung (da schreibt man sich ja irgendwann tot) und Respekt.

    Was ich gut finde, ist Ihre Neigung, zu reagieren und sich zu erklären.
    Etwas befremdlich sieht es für mich aus, auf Troll-Gehate mit „Vielen Dank für Ihren kritischen Kommentar“ zu reagieren, aber ich schätze, so ist das, wenn man ganz doll politisch korrekt sein muss. Jeder wie er will.

    Eine Frage habe ich noch. Wo finde ich denn die Artikel der „Jagd“ über Sie? Auch in Ihrem Blogpost „Politiker sind keine Maschinen“ habe ich keine Links zum ursprünglichen Artikel gefunden. Ein paar Quellenangaben wären schön.

    Ansonsten finde ich es gut, dass Sie Ihre Seite der Geschichte erläutern und nicht den Kopf in den Sand stecken. Gut!

  2. Hartzer 8. Mai 2013 at 19:31 #

    Ein Sozialhilfeempfänger muss auch bei vorliegender Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im
    Jobcenter zu willkürlichen Einladungen erscheinen. Will er dies
    vermeiden, so muss er eine sog. Bettlägrigkeitsbescheinigung
    vorlegen. Sozialleistungssbetrug ist ja das schlimmste für die CSU.

    Warum sollte also für Transferleistungsempfänger der Politklasse
    wie Frau Wöhrl etwas anderes gelten?

    Aber klar, bei scharfer Kritik am Sozialbetrug ist Frau Wöhrls CSU-Amigo-„Familie“ natürlich ausgeschlossen. Bayerische Verhältnisse eben.

    • Team Woehrl 11. Mai 2013 at 16:02 #

      @Hartzer
      Vielen Dank für Ihren kritischen Beitrag. Ich kann Ihren Unmut verstehen, nach der vorliegenden Berichterstattung fällt es schwer, die Abläufe im Deutschen Bundestag nachzuvollziehen.

      Vielleicht sei am Anfang gesagt, dass auch ich „Sanktionen“ im Falle meines Fehlens in Kauf nehmen muss, so, wie es jeder meiner Kollegen muss, der an einem Plenartag oder einer Namentlichen Abstimmung fehlt. Es wird automatisch ein Betrag von den Zahlungen einbehalten und dabei ist es unerheblich, aus welchen Gründen man nicht teilnehmen kann.

      Selbst wenn man anwesend war und vielleicht nur einmal vergessen hat, sich in der Anwesenheitsliste einzutragen, zahlt man einen Strafbetrag. Man zahlt ebenso einen Strafbetrag, wenn man krankheitsbedingt oder – was ja leider auch vorkommt – wegen eines Todesfalles in der Familie fehlt. Darüber wird jedoch nicht berichtet, da man darin keinen „Skandal“ entdecken kann.

      Sie sehen, dass auch bei uns Regeln eingehalten werden müssen.

      • Doris 12. Mai 2013 at 18:06 #

        Werte Frau Wöhrl,
        ich habe mich jetzt durchgelesen und finde, mit jedem Statment Ihrerseits machen Sie alles noch schlimmer. Sie versuchen Ihre Verfehlung zu rechtfertigen. Sie haben trotz massiver Einwände ihrer Ärzte gearbeitet. Warum ? Das müssen Sie nicht. Und wenn Sie arbeiten, ist es Ihre Entscheidung. Es ist auf keinen Fall ein „Bonus“ dafür, daß Sie sich krank gemeldet haben obwohl Sie in Urlaub geflogen sind. Sie sind Juristin. Sie hätten wissen müssen daß das nicht korrekt ist und unter Arbeitnehmern als Betrug gilt.
        Sie beklagen sich daß Journalisten nicht seriös über Ihre Arbeit berichten sondern dieses Thema aufgreift weil es Negatives zu berichten gibt.
        Journalisten berichten durchaus seriös über die Arbeit der Politiker. Daß einige Politiker sehr viel Arbeit haben und unter Streß stehen glaube ich gerne. Niemand wird dazu gezwungen Politiker zu werden.
        Ihr „Fall“ erinnert mich ein bißchen an den Fall Hoeneß. Durch Dummheit oder Arroganz oder weil Andere das auch tun, ist Ihr guter Name mit einem Makel behaftet. Ein Makel, der Ihre politische Arbeit belastet. Schade Frau Wöhrl. Ich habe Sie für aufrichtiger und klüger gehalten. Wie man sich täuschen kann.

        • Team Woehrl 14. Mai 2013 at 06:46 #

          @ Doris

          Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Mühe gemacht haben und sich durch die Stellungnahmen und Kommentare gelesen haben. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, wieso sich nach meinen Erläuterungen die Situation schlimmer darstellt, als ohne. Für den Freitag war ich mit Zustimmung der parlamentarischen Geschäftsführung offiziell entschuldigt. Da sich – wie in meiner Stellungnahme bereits geschildert – der Zustand meines Knies jedoch im Laufe der letzten Sitzungswoche verschlechterte, habe ich mich kurzfristig entschieden, zur Klärung meiner Flugtauglichkeit noch einmal meinen behandelnden Arzt aufzusuchen.

          Der Süddeutschen Zeitung ging es jedoch nicht darum, etwaige Missverständnisse dazu aufzuklären, vielmehr nutzten sie diese, um eine reißerische Berichterstattung ins Leben zu rufen, die mit den Tatsachen, nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Ich werde mich in den nächsten Tagen dazu noch ausführlich hier äußern und versuchen, die teilweise einseitig und negativ motivierte Berichterstattung aufzuzeigen. Vielleicht nehmen Sie sich noch ja noch einmal die Zeit und verfolgen die wahre Geschichte hinter „Elefantecamp statt Bundestag“ noch etwas weiter.

      • K. Alt 17. Mai 2013 at 17:57 #

        Wäre es dann – Zitat: „Selbst wenn man anwesend war und vielleicht nur einmal vergessen hat, sich in der Anwesenheitsliste einzutragen, zahlt man einen Strafbetrag. Man zahlt ebenso einen Strafbetrag, wenn man krankheitsbedingt oder – was ja leider auch vorkommt – wegen eines Todesfalles in der Familie fehlt.“ – also, wäre es dann so, daß Abgeordnete, die, aus welchen Gründen immer, einen Monat lang nicht im Parlament anwesend sind, am Monatsende (oder doch schon am Anfang?) gegebenenfalls leer ausgingen, oder erhielten sie nur ein bißchen an Abzügen weniger, von der vollen Spesenpauschale ganz zu schweigen?
        Nebenbei: Anständige Bürger müssen Spesen abrechnen. Sind Abgeordnete keine anständigen Bürger, weil sie Spesen nicht abrechnen können – etwa weil diese, öffentlich gemacht, ein Skandal wären? Frau Wöhrl sollte von Seiten ihres Mannes und ihrer Angestellten wissen, wie pingelig Spesen ansonsten abgerechnet werden müssen. Nebenbei: Geht von ihrem Spesensatz auch ab, wenn sie auf Steuerzahlerkosten zu Abend ist? Wie ist das doch bei ihrem Mann? 24.– € für Verpflegung, nicht abzurechnen, pro vollem Tag – was kostet Frau Wöhrl wohl ein Abendessen im Restaurant?

  3. M. Kremer 8. Mai 2013 at 13:04 #

    Du sollst nicht lügen…. CHRISTLICH Soziale Union

    und Du sollst nicht Abgeordnetengehalt kassieren wenn Du nicht arbeiten willst….

    Schämen Sie sich eigentlich?

    • Team Woehrl 11. Mai 2013 at 20:22 #

      @ Kremer
      Ich danke Ihnen für Ihren kritischen Kommentar, auch wenn ich diese Ihre Schlussfolgerungen nicht nachvollziehen kann. Wenn Sie sich einmal die Zeit nehmen und auf meiner Homepage oder auf meiner Facebookseite schauen, werden Sie dort kaum Hinweise darauf finden, dass ich nicht arbeiten will.

      Sie schlussfolgern aufgrund einer reißerischen Berichterstattung, dass ich ohne Skrupel und mithilfe falscher Tatsachen, meiner Verpflichtung als Abgeordnete nicht nachgekommen bin. Das ist bei Unkenntnis der genauen Abläufe im Deutschen Bundestag sicherlich nachvollziehbar, entspricht aber nicht der Wahrheit.

      Ich weiß auch vielen Gesprächen mit Besuchern aus meinem Wahlkreis, dass viele Bürger sich immer wieder fragen, was ein Abgeordneter eigentlich tut, wenn er in Berlin ist und ganz oft, eigentlich immer, wird gefragt, warum das Plenum bei laufenden Debatten immer so leer ist. Nun, möglicher Weise ist hier nicht das richtige Medium und nicht die richtige Zeit, um Ihren Blick einmal auf eine Arbeitswoche in Berlin zu werfen, kurz sei nur gesagt, dass die eigentliche Arbeit eines Abgeordneten weit vor den Debatten im Plenum beginnt, sie sozusagen eigentlich schon abgeschlossen ist, wenn die Öffentlichkeit über Phoenix an den Plenardebatten teilnehmen kann. Denn die Gesetzentwürfe, Anträge und Beschlussempfehlungen werden in Arbeitskreisen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen erarbeitet. Und erst, wenn sie in einem Ausschuss von der Mehrheit der Mitglieder akzeptiert werden, gehen die jeweiligen Punkte ins Plenum. Die Debatten dienen der Öffentlichkeitsarbeit, damit jeder politisch interessierte Bürger sich sein Bild über die aktuellen Arbeitspunkte machen kann. Nur wenn eine Namentliche Abstimmung anberaumt ist, sind alle Abgeordneten aufgefordert, ins Plenum zu kommen. Ist man dazu – aus welchen Gründen auch immer – nicht in der Lage, muss man sich bei der Parlamentarischen Geschäftsführung und beim Bundestagspräsidenten entschuldigen.

      Ist z.B. die Mehrheit der eigenen Fraktion bei einer kritischen Abstimmung nicht gewährleistet, kann die Parlamentarische Geschäftsführung das Fernbleiben nicht genehmigen und der Abgeordnete kann dann möglicher Weise andere anberaumte Termine nicht wahrnehmen. Am besagten 14.12.2012 war dies nicht der Fall. Die Mehrheit der Koalition aus CDU/CSU und FDP war gegeben und so konnte die bereits vorher intern abgestimmte Entsendung Deutscher Soldaten in die Türkei beschlossen werden.

      Vielleicht noch als letzten Zusatz der Hinweis, dass mir für mein Fehlen an diesem Tage ein festgelegter Betrag von meinem „Abgeordnetengehalt“ einbehalten wurde. Dies geschieht im übrigen immer, wenn ein Abgeordneter, aus welchen Gründen auch immer, nicht am Plenum oder einer Namentlichen Abstimmung teilnehmen kann. Selbst bei Fehlen wegen eines Krankenhausaufenthaltes oder – was leider auch vorkommt – Tod in der Familie, greifen diese Bestimmungen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Zusammenhänge etwas verständlich machen. Sollten Sie einmal hinter die Kulissen des politischen Alltages in Berlin schauen wollen, kontaktieren Sie Ihren Bundestagsabgeordneten, um ihn einmal in Berlin zu besuchen.

  4. Martin Sommer 8. Mai 2013 at 12:59 #

    Jeder normale Arbeitnehmer hätte in so einem Fall eine fristlose Kündigung erhalten und hätte vorest kein Arbeitslosengeld erhalten. Da hilft nur eins Zurücktreten.

    • Team Woehrl 11. Mai 2013 at 18:43 #

      @ Sommer
      Ich danke Ihnen für Ihren kritischen Kommentar, wenngleich ich Ihre Forderung natürlich nicht nachvollziehen kann. Die Berichterstattung zu meinem Fehlen am 14.12.2012 war darauf ausgerichtet, einen Skandal publik zu machen, wo keiner zu finden ist.

      Leider nehmen sich die Leser selten die Zeit, den wahren Begebenheiten auf den Grund zu gehen. Und ganz sicher gelingt auch mir das nicht, indem ich eine einfache Erklärung dazu abgebe. Die Abläufe im Deutschen Bundestag sind mitunter der Öffentlichkeit nicht bekannt und leider versäumen wir Abgeordnete es zu oft, diese auch zu erklären. Ich merke das immer wieder, wenn ich Besucher aus dem Wahlkreis in Berlin zu Gesprächen treffe. Kaum einer kann sich vorstellen, wie die Arbeit eines Abgeordneten aussieht und oft gehen die Bürger davon aus, dass ein Abgeordneter arbeitet, wenn er im Plenum sitzt.

      Dies ist mitnichten so.

      Die Plenardebatten dienen lediglich der Öffentlichkeitsarbeit und sollen dem politisch interessierten Bürger die Möglichkeit geben, sich über aktuell politische Belange zu informieren. Die Arbeit wird jedoch weit vorher erledigt. In Arbeitskreisen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen werden Gesetzentwürfe, Beschlüsse und Anträge erarbeitet, die erst im Plenum debattiert werden, wenn eine Mehrheit im federführenden Ausschuss das entsprechende Papier beschlossen hat.

      Es macht also keinen Sinn, wenn ein Politiker, dessen Arbeitsbereich z.B. im Rechtswesen liegt, an einer Debatte teilnimmt, bei der es um die Förderung von Sportvereinen geht. In dieser Zeit führt er stattdessen Gespräche mit anderen Fachpolitikern, recherchiert zu Bürgeranfragen oder empfängt ,wie oft in meinem Falle, ausländische Delegationen.

      Sie sehen, nicht an einer Namentlichen Abstimmung teilzunehmen, bedeutet nicht, dass ein Abgeordneter seiner Arbeitspflicht nicht nachgekommen ist. Ich könnte jetzt sicher noch ausführlicher schreiben, glaube aber, dass dies nicht der richtige Ort für eine derartige Diskussion ist. Empfehlen kann ich Ihnen jedoch, Ihren Bundestagsabgeordneten in Berlin persönlich zu treffen.
      Wagen Sie einen Blick hinter die Kulissen des politischen Alltages und erfahren Sie mehr über unsere Arbeit. Verfolgen Sie einmal, wo Ihr Abgeordneter im Wahlkreis unterwegs ist, oft auch am Wochenende.

      Vielleicht gelingt Ihnen dann eine von der Presse unbeeinflusste Betrachtungsweise.

  5. Andreas 8. Mai 2013 at 12:45 #

    Hallo,

    vielleicht können Sie ja kurz erklären, wieso jemand mit Thrombosegefahr und schlimmer werdenden Schmerzen in ein Flugzeug steigt? Gibt es in Berlin keine Ärzte, die sich das hätten anschauen können.
    Und wenn die Schmerzen ja so schlimm waren, wieso war ein Tag später dann eine Reise nach Sri Lanka dann doch möglich?

    • Team Woehrl 11. Mai 2013 at 15:42 #

      @Andreas
      Recht herzlichen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, meine Sicht der Dinge zu lesen. Natürlich gibt es auch in Berlin Ärzte, die man befragen kann, wenn man Schmerzen hat. Ich war wegen meiner Knieprobleme jedoch seit mehreren Monaten bei einem Arzt in Nürnberg in Behandlung, der über den Verlauf meiner Erkrankung genauestens im Bilde war. Ihm lagen alle MRT-/CRT- und Röntgenbilder vor. Es hätte am Donnerstagabend wenig Sinn gemacht, einem bis dato unbeteiligten Arzt die komplette Krankengeschichte zu erklären. Was die Thrombosegefahr betrifft, so hatte ich als Patientin, angesichts meines bevorstehenden langen Fluges, diese Befürchtung. Mein Arzt nahm mir diese Befürchtung, indem er mich unter anderem mit einem entsprechenden Medikament versorgte, das einer Thrombose entgegenwirkt. Somit konnte ich die Reise beruhigt antreten. Im übrigen nehme ich auch heute noch Spritzen gegen Thrombose, da mein Knie noch immer nicht problemfrei ist.

  6. Claudia 8. Mai 2013 at 11:19 #

    So what? Als ob Abgeordnete (wie auch immer) nicht mal krank feiern dürfen. Als ob das Heilige sind, die nichts im Leben falsch machen. Das ist lächerlich, sowas in die Presse zu ziehen und es als Unverschämtheit zu verkaufen. Jeder hat seine Leichen im Keller. Also immer schön an die eigene Nase fassen. Aber gut – so füllt sich auch eine Sendung mit inhaltslosem Palaver…

  7. September 8. Mai 2013 at 10:24 #

    Krank melden, aber Urlaubsreisen machen…. Aber Sie sind nicht die Einzige, die durch Abwesenheit im Parlament glänzt, sieht man ja nur zu deutlich bei Phoenix Übertragungen. Hauptsache, bei den Diäten ist man sich einig.
    Sie und diese anderen „Volksvertreter“ haben jegliche Bodenhaftung verloren. Willkommen in der SED 2.0

    • Team Woehrl 11. Mai 2013 at 15:37 #

      @september
      Herzlichen Dank für Ihren kritischen Beitrag. Ich kann Ihren Unmut verstehen, nach der einseitigen Berichterstattung fällt es sicher einem Außenstehenden schwer, die genauen Abläufe im Bundestag zu verstehen. Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, einmal Ihren Bundestagsabgeordneten in der Hauptstadt zu besuchen und sich vor Ort die Arbeitsweise im Bundestag erklären zu lassen. Die Arbeit, die ein Volksvertreter nämlich leistet, findet in meist nichtöffentlichen Sitzungen statt, in Arbeitskreisen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen. Was Sie dann bei Phoenix sehen können, dient lediglich in erster Linie der Öffentlichkeitsarbeit. Jeder politisch Interessierte soll die Möglichkeit haben, den aktuellen Vorgängen im Bundestag folgen zu können. Darum findet man zu bestimmten Debatten eben auch nur die entsprechenden Fachpolitiker im Plenum vor, die für das Debattenthema zuständig sind. Es würde keinen Sinn machen, wenn z.B. ein Politiker, der im Bereich Landwirtschaft tätig ist, im Plenum einer Debatte zum Thema „Verkehr“ folgt. In der gleichen Zeit kann er sich seinen Themenfeldern widmen.

  8. Der böser Ossi 7. Mai 2013 at 23:39 #

    Hauptsache gegen die Homo-Ehe, von wegen Moral und so…

  9. Hans-Paul Drumm 7. Mai 2013 at 21:28 #

    Sehr geehrte Frau Wöhrl,

    ich bin nicht der Meinung, dass „Abgeordneten-Bashing en vogue“ ist und sollte es dennoch so sein, so beteilige ich mich nicht daran.
    Dennoch möchte ich einen Kommentar bzw. Fragen zum Sachverhalt (Reisen vs. krank sein) abgeben / stellen:
    Einmal angenommen ein Arbeitnehmer würde krankheitsbedingt seinem Arbeitsplatz fernbleiben müssen. Zugleich würde der Arbeitnehmer aber eine Flugreise in ein Land unternehmen, in dem er aus welchen Gründen auch immer sozial engagiert ist.
    Hielten Sie es in einem solchen Fall für angemessen, wenn der Arbeitnehmer sanktioniert werden würde?
    Falls ja: würden Sie in Ihrem eigenen Fall Sanktionen dann ebenfalls für angemessen halten?
    Falls nein: wären Sie in diesem Fall bereit, entsprechende Anträge zwecks Änderung der Rechtslage einzubringen?
    Über die Darlegung Ihrer Sichtweise würde ich mich sehr freuen.
    Viele Grüße H.-P. Drumm

    • Team Woehrl 11. Mai 2013 at 16:41 #

      @Hans Paul Drumm
      Recht herzlichen Dank für Ihren kritischen Beitrag und Ihr Bekenntnis, sich nicht am Bashing zu beteiligen. Ich begrüße eine offene Diskussion und nutze daher die Gelegenheit, mich noch einmal zu den Beschuldigungen zu äußern.

      Ich kann Ihren Unmut verstehen, denn nach der vorliegenden Berichterstattung fällt es schwer, die Abläufe im Deutschen Bundestag nachzuvollziehen. Und wer macht sich wirklich einmal die Mühe und schaut, wie eine normale Arbeitswoche eines Bundestagsabgeordneten in Berlin aussieht. Und möglicher Weise ist das hier jetzt auch nicht das passende Medium und die passende Zeit, um auf den Arbeitsumfang eines Abgeordneten hinzuweisen.

      Ich möchte Ihnen aber empfehlen, sich an ihren Bundestagsabgeordneten zu wenden, um ihn einmal in Berlin zu besuchen. Dort können Sie einen Einblick in die Arbeitsabläufe erhalten und vielleicht sehen Sie dann einige Dinge auch etwas anders. Im vorliegenden Sachverhalt sei gesagt, dass auch ich „Sanktionen“ im Falle meines Fehlens in Kauf nehmen muss, so, wie es jeder meiner Kollegen muss, der an einem Plenartag oder einer Namentlichen Abstimmung fehlt. Es wird automatisch ein Betrag von den Zahlungen einbehalten und dabei ist es unerheblich, aus welchen Gründen man nicht teilnehmen kann.

      Selbst wenn man anwesend war und vielleicht nur einmal vergessen hat, sich in der Anwesenheitsliste einzutragen, zahlt man einen Strafbetrag. Man zahlt ebenso einen Strafbetrag, wenn man krankheitsbedingt oder – was ja leider auch vorkommt – wegen eines Todesfalles in der Familie fehlt. Darüber wird jedoch nicht berichtet, da man darin keinen „Skandal“ entdecken kann. Sie sehen, es bedarf keiner Einbringung neuer Anträge, um die Rechtslage zu ändern.

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