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Dieser Artikel stammt aus der Zeit meiner politischen Arbeit bis Oktober 2017 und kann überholte Informationen enthalten.

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Blumen zum Valentinstag: Fluch oder Segen?

Foto Redfox Blumenfarm AthiopienWieder einmal ist es soweit, es ist Valentinstag! Und wer freut sich da nicht über eine kleine Aufmerksamkeit in Form von Schokolade oder Blumen!? In den vergangenen Jahren stieg der Umsatz im Blumenhandel  zu Valentinstag um bis zu 100 Prozent im Vergleich zu anderen Tagen. Da fragt man sich schnell, woher diese vielen Blumen überhaupt kommen und ob der Blumensegen für manchen von uns nicht zum Fluch für die Menschen in Entwicklungsländern wird.

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland Rosen im Wert von über 1 Milliarde Euro verkauft, davon waren 80 Prozent importiert. Ein Großteil davon kommt aus Entwicklungsländern. Kenia, Äthiopien, Uganda, Kolumbien und Ecuador sind mittlerweile zu den wichtigsten Lieferanten von Blumen nach Europa und in die USA geworden und man geht davon aus, dass mindestens 300.000 Menschen in diesen Ländern in der Blumenindustrie tätig sind.

Der Einsatz von Pestiziden auf den Blumenfarmen wird zunehmend zu einer großen Gesundheitsgefahr für die Arbeiter und die in der Umgebung der Blumenfarmen lebenden Menschen. Einerseits fehlt es dort oft an der notwendigen Schutzkleidung, was zu Atemwegs- und Hauterkrankungen führen kann. Und andererseits gelangen die Gifte auch ganz leicht in umliegende Böden und Flüsse und verseuchen so das Grundwasser, das zum Waschen, Bewässern und Trinken dringend gebraucht wird.

Während meiner Reise nach Äthiopien im Herbst 2012 konnte ich die Redfox Blumenfarm im äthiopischen Koka besuchen. Äthiopien ist innerhalb kürzester Zeit zum zweitgrößten Blumenproduzenten Afrikas geworden. 2011 produzierten hier 85 Blumenplantagen auf 4.0858 Hektar. Das schafft natürlich Arbeitsplätze für viele. Allerdings werden für die Produktion einer Rose zwischen sieben und 13 Liter Wasser benötigt. Ein weiteres sehr großes Problem ist natürlich auch, dass diese Landflächen und das Wasser dann nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen.

Wenn wir auch in Zukunft nicht auf den Blumensegen zu Valentinstag, Muttertag und anderen Festtagen verzichten möchten, sind Fairtrade-Blumen hier eine gute Lösung. Auch wenn nicht jede Fairtrade-Rose gänzlich ohne Pestizide angepflanzt wird, garantiert ein solches Siegel zumindest einen direkteren Handel zwischen Produzent und Verkäufer. Die Arbeitsbedingungen auf solchen Blumenfarmen sind meist besser, es gibt transparente Systeme zur Zertifizierung und klare Verbotslisten bestimmter schädlicher Substanzen. Im Jahr 2012 stiegt deshalb der Absatz fairtrade-zertifizierter Rosen um mehr als das Dreifache an. Mittlerweile trägt jede fünfte Rose aus deutschen Supermärkten das Fairtrade-Logo.

Damit können wir zumindest einen kleinen Beitrag leisten, dass unsere Valentinstags-Freuden auch zum Segen für ganze Familien in den Entwicklungsländern wird.

2012-Dagmar-Woehrl-Redfox-Blumenfarm

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2 Responses to Blumen zum Valentinstag: Fluch oder Segen?

  1. Blumenfee Nürnberg 14. Februar 2013 at 17:43 #

    Ganz ehrlich: Obwohl ich selbst mit Leib und Seele Florist bin – aus einer an sich netten Idee den Valentinstag als Tag der Verliebten zu pflegen ist ein unerhörter Konsumterror entstanden. So macht das keinen Spaß mehr. Mir vergeht die Lust am Blumeneinkaufen in der Valentinswoche- horrende Preise-zum Teil sogar alte Ware die angeboten wird weil man sie im Ausland aufgehoben hat damit sie genau in DER Woche angeboten werden kann und einen höheren Preis erzielt. Was mach ich dem Kunden für 20€ für einen Strauß? 20€ sind ein Haufen Geld – würde ich selbst etwas verdienen wollte müßte der Strauß aus 3 Rosen mit Grün bestehen……alles Quatsch den ich nicht mehr mitmache. Das hat nichts mehr mit der Sache an sich zu tun.Wie bei allem soll doch alles auch noch billig und ein Schnäppchen sein für die Liebste.Es tut mit leid – aus der Nummer sind wir doch raus – oder??? Nichts gegen eine schöne Rose aus Liebe im Fachgeschäft gekauft – schön! Aber solange der Konsumwahn und Zwangsgeschenke sein müssen wird sich nichts ändern….das ist auch in anderen Branchen so…denken wir an die Lebensmittel und die Tierhaltung dazu – auch Lebendes wie bei den Blumen und Pflanzen – vor dem der Mensch immer mehr den Respekt verliert – je mehr und billiger es davon gibt.Die Hoffnung bleibt dass man anfängt umzudenken – bevor nichts mehr da ist was wir in Massen verschenken können……..

  2. Kiehl 14. Februar 2013 at 12:51 #

    Bis zu den Fairtrade-Blumen ein guter Artikel –
    Zur Lösung des Problemes auf diese wirtschaftlichen „Tagesgeschenke“ verzichten – was die einzige Lösung darstellt…

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