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Ein wenig CSU-Geborgenheit in Berlin. Freundeskreis der Partei in der Hauptstadt wurde schon Nürnberger Kultur beigebracht. Nürnberger Zeitung – 09.11.2013

Wer sich in Berlin politisch engagieren will, der hat die Auswahl zwischen vielen Parteien — von der CDU über die SPD, die Grünen und die Linken bis zur FDP und den Piraten. Ganz zu schweigen von zahllosen Splittergruppen. Nur eines kann er nicht: einem Ortsverband der CSU beitreten. Den gibt es in der Hauptstadt nicht.

Die Partei beschränkt sich organisatorisch bekanntermaßen auf den Freistaat Bayern, so gerne sie sonst auch bundespolitisch mitredet. Wer die Sehnsucht nach CSU-Geborgenheit gar nicht zügeln kann, für den findet sich an der Spree eine bundesweit einmalige Lösung: die Vereinigung der Freunde der CSU in Berlin. Union von Sympathisanten Das ist keine offizielle Unterorganisation der Partei, aber immerhin doch ein loser Zusammenschluss von Sympathisanten. Häufig Menschen, die aus Bayern stammen und die es aus beruflichen Gründen in die Hauptstadt verschlagen hat.

In der Selbstbeschreibung heißt es, man verstehe sich als „ein bundespolitisches Netzwerk gleichgesinnter Menschen, die durch Mandat, Beruf oder Ehrenamt mit Politik zu tun haben und sich christlichen und wertkonservativen Überzeugungen verpflichtet fühlen“.

Rund 350 Mitglieder treffen sich regelmäßig unter dem Vorsitz des aus Augsburg stammenden ehemaligen Oberschulrats Gerhard Schmid. Mal laden sie zu einer Schifffahrt auf der Havel ein und treffen sich anschließend zu einem Sommerfest, mal diskutieren sie mit CSU Mandatsträgern über aktuelle politische Themen. Besonders beliebt sind die Weihnachtsfeiern, die abwechselnd von den Bezirksverbänden der Partei gestaltet werden. Dort legt man sich natürlich ins Zeug, den Berlinern etwas zu bieten.

„Naturgegebener“ Treffpunkt der Vereinigung ist das einzige Fleckchen bayerischen Bodens in der Hauptstadt, nämlich die Landesvertretung in der Behrenstraße, nahe des Boulevards Unter den Linden. Das ist gewissermaßen die Botschaft Bayerns in Berlin. Dort tragen die Räume die Namen der Regierungsbezirke im Freistaat und bereits über dem Eingangsportal wird man von einer weißblauen Fahne empfangen. Momentan ist die Landesvertretung oft im Fernsehen zu sehen — als einer der Orte der Koalitionsverhandlungen.

Die Nürnberger Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl war schon öfter bei der Vereinigung zu Gast. Sie kannte auch bereits die Vorgängergruppe, die sich in Bonn gebildet hatte, als dort noch der Sitz des Parlaments war. „Das sind ganz treue Anhänger der CSU“, sagt sie. Als Staatssekretärin imWirtschaftsministerium hatte sie dort einen Auftritt. Besonders gut erinnert sie sich daran, wie sie den Berliner CSU-Freunden fränkische Kultur nahe brachte. Das geschah mit Hilfe eines von ihr vorgetragenen Gedichts über die Christbaumspitz. Es hört sich ungefähr so an:

„Dös is fei wahr und is ka Witz / Die G’schicht fo unsrä Christbaumspitz. / Dös war a schene Spitz jawull / Fo auß’n silbri und inna hull / Drum hot mei Frau g’sagt, Gouder Fritz / Gib mä fei obacht auf die Christbaumspitz!‘“

Christkind zu Gast Auch das Nürnberger Christkind sei schon mal zu Besuch bei den CSUFreunden gewesen, erinnert sich Dagmar Wöhrl. Und eine höhere Ehre kann den Hauptstädtern aus fränkischer Sicht ja wohl kaum erwiesen werden. Zumindest dem himmlischen Protokoll nach rangiert das Christkind deutlich vor dem Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden.

Nürnberger Nachrichten
Harald Baumer
09.11.2013

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