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Dieser Artikel stammt aus der Zeit meiner politischen Arbeit bis Oktober 2017 und kann überholte Informationen enthalten.

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Das Ende ist noch lange nicht in Sicht! Interview mit der Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl anlässlich ihres 60. Geburtstages. Marlen News, Juni 2014

Das Ende ist noch lange nicht in Sicht! Interview mit der Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl anlässlich ihres 60. Geburtstages. Marlen News, Juni 2014

Eine Frau sollte man nicht nach dem Alter fragen, aber um ehrlich zu sein, die 2 x 30 sieht man Ihnen wirklich nicht an. Wie machen sie das?

DW (lacht): Wahrscheinlich habe ich einfach viel Glück und gute Gene! Da muss ich an dieser Stelle auch einmal meiner Mama danken. Im Ernst: Ich mache eigentlich zu wenig für meine Fitness, was auch an meinem vollen Terminkalender liegt. Weder treibe ich regelmäßig Sport, noch besuche ich Fitnessstudios oder Wellnesstempel. Auch beim Essen bin ich typisch fränkisch und wenig wählerisch. Am besten schmeckt mir immer noch eine einfache Brotzeit mit meiner Familie. Ach ja, ein großes Problem habe ich: Ich kann einfach an keinem Kühlschrank vorbeigehen.

Marlen: Ihr Arbeitsprogramm ist, wenn ich mir ihren Kalender betrachte, alles andere als stressfrei – wie stehen sie das in einem Alter durch bei dem viele Menschen schon daran denken kürzer zu treten.

DW: Ganz offen gesagt, frage ich mich auch manchmal warum ich mir eine 7 Tage Arbeitswoche antue und oft bis weit nach Mitternacht am Schreibtisch sitze. Gedankt wird einem das als Politiker in der Regel ja nicht – eher im Gegenteil! Aber am Ende lebt und arbeitet man so wie es einem das eigene Pflichtbewusstsein vorgibt. Für mich sind Halbheiten einfach nicht akzeptabel. Natürlich habe ich mit meiner Arbeit auch riesiges Glück, denn es bereitet mir täglich große Freude, etwas für und mit Menschen machen zu dürfen.

M: Als Politikerin haben Sie sich vor vier Jahren noch einmal neu orientiert und begonnen, Entwicklungspolitik zu betreiben. Warum diese Umstellung?

DW: Nachdem ich gut 15 Jahre Wirtschaftspolitik gemacht hatte, habe ich einfach gefühlt, dass es an der Zeit ist, ein neues Kapitel zu beginnen. Privat engagiere ich mich mit unserer Emanuel Wöhrl Stiftung ja schon lange in Entwicklungsländern und konnte bei unseren Projekten in den Krisengebieten dieser Welt interessante Menschen kennenlernen. Auch wenn die Situationen häufig noch so aussichtlos wirkten, wie beispielsweise nach dem Tsunami auf Sri Lanka, haben diese Menschen nie die Hoffnung auf eine bessere und gerechtere Zukunft verloren. Dies hat mir immer sehr viel Kraft und Inspiration für meine Arbeit in Berlin gegeben. Deshalb habe ich 2009 beschlossen, mich künftig mit Entwicklungspolitik zu beschäftigen, quasi Wirtschaftspolitik mit Herz. Als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Deutschen Bundestag fülle ich mich voll angekommen und meine Arbeit ist sehr erfüllend. Dafür bin ich dankbar.

Das Ende ist noch lange nicht in Sicht! Interview mit der Bundestagsabgeordneten Dagmar Wöhrl anlässlich ihres 60. Geburtstages. Marlen News, Juni 2014

M: Kommen wir zu einem anderen Thema – Ihrer Geburtstagsfeier.

DW: Um ehrlich zu sein wollte ich eigentlich nicht groß feiern, die Zahl 60 war dann doch etwas abschreckend. Aber mein Mann und mein Sohn bestanden darauf, mir ein Fest auszurichten. Damit war ich also im Familienrat überstimmt. Im Nachhinein bin ich den beiden auch recht dankbar, denn sie haben nicht nur ein tolles Fest veranstaltet, sondern viele alte Freunde und Bekannte, vor allem auch aus meiner Schul- und Studienzeit gefunden, die zur Feier kamen. Das war eine tolle Überraschung!

M: Das fand in Berlin und nicht in Nürnberg statt – fühlen sie sich in Nürnberg nicht daheim?

DW – lacht: A sou a Gschmarri! Ganz im Gegenteil ist Nürnberg meine Heimat, aber bisher haben wir immer in Nürnberg gefeiert. Da mein 60. Geburtstag aber an einem Montag war und mein Mann meinte, dass man in so einen Geburtstag „reinfeiern“ sollte, haben wir eben die Hauptstadt unsicher gemacht, was eine Teilnahme für meine Freunde aus der Politik und Wirtschaft leichter machte.

M: Das DORMERO – Brandenburger Hof – Hotel bildete da ja einen traumhaften Rahmen.

DW: Ja, ich war wirklich erstaunt über die tolle Vorbereitung und den perfekten Ablauf. Schön war natürlich, dass die auswärtigen Gäste im Haus wohnen und dieses einzigartige Hotel bis zum Ende genießen konnten.

M: Ihr Sohn Marcus ist ja Vorstand der DORMERO AG und war somit auch der Hausherr. Macht Sie das stolz?

DW: Natürlich war ich sehr stolz, allerdings muss ich zugeben, dass ich niemals geglaubt hätte Marcus jemals als Chef einer Hotelgruppe zu sehen. Aber so ist es nun einmal mit den Kindern, die gehen ihren Weg und da sollte man sich als Mutter einfach freuen!

M: Letzte Frage – wo werden Sie ihren 65. feiern?

DW: Jetzt habe ich so langsam den Schock mit der 6 verarbeitet und dann kommen Sie schon mit der nächsten Stufe. Darüber mache ich mir wirklich keine Gedanken. Ich mache mir beispielsweise Gedanken darüber, welche politischen Themen ich in den nächsten Jahren vorantreiben will, was wir im Tierheim Nürnberg verbessern können oder wie es mit dem FCN weitergeht. Aber mein nächster runder Geburtstag steht wirklich nicht auf der Agenda. Es gibt ein schönes Zitat, das Oscar Wilde zugeschrieben wird: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende.“ Mir geht es zwar gut, aber ich kann politisch wie privat sicherlich vieles besser machen. Also, das Ende ist – so Gott will – noch lange nicht in Sicht.

M: Frau Wöhrl, danke für das Gespräch und alles Gute!

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Juni, 2014

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