Statements
Mehr Internet wagen. Fordere einen Staatsminister für Internet und unterstütze den Vorschlag der Unionsfraktion nach Einrichtung eines Ausschusses für Internet und digitale Gesellschaft
Eine Institutionalisierung der Netzpolitik führt sicherlich auch zu mehr Anerkennung des Themengebiets bei weniger Netz-affinen Kollegen/-Innen. Deshalb unterstütze ich die Forderung nach der Schaffung eines Hauptausschusses „Internet und digitale Gesellschaft“ im Deutschen Bundestag.
Die bisherige Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft (deren Beratungen zur Sommerpause abgeschlossen werden) war ein richtiger Anfang, aber jetzt sollte der nächste Schritt in der parlamentarischen Evolution gewagt werden. Unsere Parlamentsgeschichte zeigt, dass wir immer auf neue Entwicklungen reagiert haben und so für unsere Arbeit auch die Akzeptanz in der Bevölkerung wahren konnten. Die Digitalisierung der Bevölkerung geht quer durch alle Bevölkerungsgruppen und sollte sich dementsprechend in der politischen Parlamentsarbeit widerspiegeln.
Ich finde die angestoßene Denkrichtung zur Schaffung eines Ausschusses für Internet und digitale Gesellschaft richtig. Denklogisch zieht dies aber auch die Ernennung eines Staatsministers für Internet nach sich, sodass die Netzthematik auch in der Bundesregierung gebündelt behandelt werden kann. Mir ist klar, dass es sich hierbei um ein klassisches Querschnittsthema handelt. Dennoch sehe ich hier enorme Bündelungsvorteile, gegenüber der bisherigen Praxis, dass sich die diversen Ministerien autark mit der Problematik auseinandergesetzt haben.
Die Netzpolitik ist kein gesondertes Politikfeld, sondern ist mit fast allen politischen Bereichen eng verwoben. Diese künstliche Aufsplitterung sollte ein Ende haben.
Gerade das Internet gehört wohl zu den politischen Feldern, die am wenigsten an den Landesgrenzen Halt machen. Daher wäre ein Internetstaatsminister /-in von Vorteil bei Verhandlungen auf europäischer und internationaler Ebene. Auch könnte Deutschland so intensiv in die Weiterentwicklung der Netzpolitik eingreifen und unsere Vorstellungen und Visionen besser auf der internationalen und europäischen Ebene vorantreiben.
Man sollte die reale Welt nicht gegen die digitale ausspielen, sondern begreifen, dass es sich letztlich nicht um trennbare Bestandteile handelt, sondern unsere analog geprägte Politik Antworten auf die Digitalisierung der Gesellschaft finden muss. Dies erfordert aber auch eine politische Gesamtbetrachtung, die nicht zwischen Netzpolitik und den anderen Politikfeldern unterscheidet, sondern in Zusammenhänge denkt und arbeitet.
Pressemitteilung CDU/CSU Fraktion
blogfraktion.de
Helft mit. Beteiligt Euch – am Dialog über Deutschlands Zukunft!
Ich möchte Euch heute kurz auf das neue Internetportal der Bundeskanzlerin: www.dialog-ueber-deutschland.de aufmerksam machen und ein paar Gedanken hierzu teilen.
Im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern über Deutschlands Zukunft – via Internet zu kommunizieren finde ich sehr gut. Es ist ein modernes Medium, was noch besser und mehr genutzt werden sollte, um den politischen Meinungsbildungsprozess zu intensivieren.
Voraussetzung hierfür ist, dass die notwendige Infrastruktur (Netzausbau) vorhanden und bezahlbar ist. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger – gerade junge Leute, aber auch in der Generation ü50 gibt es ein rasantes Wachstum – wissen das Internet zu schätzen um Ihre Meinungen und Ideen kund zu geben.
Und deshalb rufe ich die Menschen in unserem Land dazu auf – ganz konkret eigene Handlungsvorschläge zu machen und von Ihren Erfahrungen zu berichten.
Die Bundeskanzlerin will nicht nur mit Wissenschaftlern und Praktikern über Deutschlands Zukunft sprechen, sondern auch die Ideen der Bürgerinnen und Bürger und der Zivilgesellschaft kennenlernen und diskutieren. Deshalb ist dem Dialog mit Experten ein Bürgerdialog zur Seite gestellt. Die Erfahrungen und Vorschläge der Menschen sind für die zukünftige Gestaltung unseres Landes von großer Bedeutung. Die Welt befindet sich im stetigen Wandel.
Daher sollte sich jeder einbringen und seine Vorstellungen zum Beispiel zu den drei großen Fragen äußern:
Wovon wollen wir in Zukunft leben?
Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben?
Wie wollen wir lernen?
Parallel zum Bürgerdialog befassen sich seit dem Frühjahr 2011 über 120 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis mit den drei Zukunftsfragen.
Die Menschen wünschen sich mehr Beteiligungsformen und transparentere Wege der politischen Entscheidungen. Der Bürgerdialog ist nun ein erster Versuch, diese Wünsche in die Realität umzusetzen. Deshalb würde ich mir wünschen, dass sich die Menschen auf dieses Demokratieexperiment einlassen. Der Erfolg ist nicht garantiert, noch ist er absehbar. Aber ein Anfang ist gemacht. Und wenn es bedeutet, dass die Vorschläge der Menschen in konkrete Gesetzesvorhaben münden, dann ist dies die simpelste Form der gelebten Demokratie.
Also, nicht jammern und klagen, oder von vorne herein das Projekt ablehnen, sondern mitmachen!
www.dialog-ueber-deutschland.de
Ich habe hierzu auch eine neue Umfrage gestartet!
Ägyptens Revolution ist alles andere als vollendet.
Am 25. Januar hat sich der Beginn der Revolution in Ägypten gejährt. Mit dem Sturz des Diktators Mubarak und der Transformation des Landes ist der Anfang gemacht.
Im bevölkerungsreichsten und politisch traditionell wichtigsten Land Arabiens haben die Menschen gezeigt, dass sie für ihre Rechte aufstehen. Nach dem Ende überkommender Regime werden nun gewählte Islamisten in Ägypten und Tunesien maßgeblich an neuen Verfassungen mitschreiben; sie werden eine neue Außenpolitik formulieren.
Die Revolution hat in den verkrusteten arabischen Gesellschaften viel in Bewegung gesetzt. Doch das ist erst der Anfang, und es wird Rückschläge geben. Es ist die Heldengeschichte der Jugend, die ihre Angst und Apathie abschütteln und für ihre Freiheit kämpfte. Sie kann jederzeit wieder einen Wutanfall bekommen.
Bisher sind diejenigen, die vor einem Jahr die Tahrir-Revolution losgetreten hatten, jedoch schwach: Die „jungen Revolutionäre“ und Facebook-Aktivisten haben zwei Prozent der Stimmen bekommen. Die wahren Revolutionäre sind im Hohen Haus eine Minderheit – wie auch die Frauen. Während der Proteste, die seit einem guten Jahr die arabische Welt erschüttern, spielten Frauen eine wichtige Rolle.
Das ägyptische Verfassungsgremium, das nach dem Sturz von Mubarak eingesetzt wurde, blieb jedoch frauenlos. Und auch im gerade gewählten ägyptischen Parlament lassen sich die Frauen an einer Hand abzählen. Ich bin unzufrieden mit der Rolle der Frauen im neuen politischen Ägypten. Viele Frauen in Ägypten sind arm, ungebildet und müssen hart arbeiten, um ihre Familien durchzubringen. Unter Frauenrechtlerinnen gelten die Salafisten, die neben den Muslimbrüdern gut 20 Prozent der Stimmen errungen haben, als eine große Bedrohung der Frauenrechte; sie hatten vor der Wahl etwa das Frauenrecht als unislamisch bezeichnet.
Die Nour-Partei beispielsweise wurde erst nach der Revolution gegründet; sie folgt buchstabengetreu einem Islam ähnlich dem der saudischen Wahhabiten und fordert die Einführung der Scharia. Mit ihrer erdrückenden Mehrheit werden die Islamisten also versuchen, der Verfassung einen religiösen Stempel aufzudrücken. Die Muslimbrüder, die sich in Modernisten und Betonköpfe spalten, gelten als gemäßigt-fundamentalistische Konservative. Deren Kandidaten hatten 235 der 508 Sitze errungen; nun haben sie sich öffentlich zu der konsensorientierten Zusammenarbeit mit allen politischen Lagern verpflichtet.
Und auch wenn die Entwicklung Ägyptens im Dunkeln liegt, so wissen Islamisten und Militärs doch, dass sie nicht so unumschränkt herrschen können wie einst Mubarak.
Die arabische Revolution hat weit über Ägypten und Tunesien hinaus ausgestrahlt: Sogar ein so mächtiger Diktator wie Libyens Gaddafi wurde gestürzt, Syriens Assad steht vor dem Fall, Jemens Saleh hat gerade das Land verlassen.
Aufgabe des Unterhauses – das Oberhaus wird noch gewählt – wird die neue Verfassung sein. Ein hundertköpfiges Parlamentarier-Komitee soll sie schreiben.
Die Europäer müssen lernen, dass sie mit ihrem Ideal der Trennung von Religion und Staat weltweit nur eine Minderheit sind. Wir dürfen Vertreter eines traditionellen Islam nicht reflexartig als intolerant verurteilen. Wir müssen darauf hinwirken, dass Demokratie nicht nur Herrschaft der Mehrheit ist, sondern auch anderer Prinzipien wie der Meinungsfreiheit bedarf. Es ist zu befürchten, dass die neuen Regierenden der Freiheit von Künstlern, Frauen, Christen oder Homosexuellen religiöse Grenzen setzen wollen. Das müssen wir nicht hinnehmen. Wir sollten aber die neuen Machtverhältnisse akzeptieren und auf die Muslimbrüder zugehen. Ihre Erfolge sind durch Wahlen legitimiert. Nur auf diese Weise können wir Europäer und die Amerikaner glaubwürdig bleiben, wenn sie dort auf Freiheit und Demokratie drängen.
Schließlich wissen auch die neuen Regierungen in Kairo und Tunis, dass sie auf den Westen angewiesen sind, wenn sie ihr dringendstes Problem in den Griff bekommen wollen: eine am Boden liegende Wirtschaft mit zunehmender (Jugend-) Arbeitslosigkeit. Sie haben kein Erdöl, um außenpolitische Unnachgiebigkeit zu finanzieren und sie sind auf den Tourismus angewiesen. Die wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten waren eine wichtige Quelle der arabischen Wut.
Revolutionen verlaufen nicht linear. Es geht also nicht stetig vorwärts oder bergauf.
Nachdem die ersten Wellen der Euphorie abgeebbt sind, folgen nicht täglich neue Glücksmomente. In einer solchen Durststrecke, einem solchen Plateau, bevor es wieder entscheidende und neue Impulse durch die Verfassungsgebende Versammlung geben wird, befinden sich nach meiner Einschätzung momentan Ägypten und Tunesien.
Was die Menschen jetzt benötigen ist eine revolutionäre Geduld.
„Ägypten braucht jetzt revolutionäre Geduld“
Keynote Speech von Dagmar G. Wöhrl, MdB
13.09.2011, Cairo, Zamalek
Veranstaltung der KAS Ägypten „Economic Reform and Social Justice: Egyptian-German Experiences“
It’s the internet, stupid! Web 2.0 ist nicht Geschichte, sondern der Anfang.
Manchmal wundert man sich schon über Texte, Pressemitteilungen und Gastkommentare von Kollegen/-Innen, sei es aus der eigenen Partei, sei es aus den anderen. Und auch gestern wieder hat es ein Kollege geschafft die Aufmerksamkeit der Netzgemeinde auf sich und das Handelsblatt zu lenken.
Seine persönliche Meinung zu äußern ist in unserem Land ein gutes Recht, das gerade auch im Netz gelebt und eingefordert wird. Insofern ist es auch gut, wenn man seine Meinung in gekennzeichneten Gastkommentaren veröffentlichen kann. Man muss dann aber auch mit der Kritik leben können. Und bei all der Diskussion um Sopa, Pipa, Acta, Netzsperren oder Zensursula möchte ich mich einmal mit ein paar grundlegenden Gedanken zu Wort melden.
Der Blumenkübel-Moment
Gestern hatte ich ihn wieder: den „Blumenkübel-Moment“. Die einen werden sich nur zu gut an die berühmte Blumenkübel-Geschichte bei Twitter erinnern. Die anderen werden nun mit fragenden Augen diesen Text weiterlesen (oder ihn zu Seite legen). Denn was die Twitter-Gemeinde einige tagelang beschäftigte, ist in der realen Welt kaum wahrgenommen worden. Was hier ein „trending topic“ war, war andererseits keine Nachricht wert. Was will ich damit sagen? Es scheint zwei Parallelwelten zu geben. Eine digitale, die stetig wächst, und eine reale, die nicht kleiner wird, aber durchlässiger. Was die einen Menschen umtreibt und um den Schlaf bringt, löst bei anderen nicht einmal ein Wimpernzucken aus. Dabei möchte ich gleich feststellen, dass ich weder die Begriffe „reale Welt“ noch „Netzgemeinde“ als Kampfbegriffe, die irgendwie ideologisch gefärbt sind, verwenden will. Denn schließlich sind wir einfach alle nur Menschen mit dem kleinen Unterschied, dass die einen etwas mehr Verständnis vom Internet haben und in der Digitalisierung weiter fortgeschritten sind, als die anderen.
Ein Artikel, der die Netzgemeinde frontal angreift und ihr einen „Untergang“ vorhersagt, wird wenig helfen, diese beiden Gruppen zusammenzuführen. Statt so „Stuhlgewitter“(via @saschalobo) auf sich zu ziehen und mit absolutem Unverständnis der anderen Seite gegenüber aufzutreten (von der für mich befremdlichen Kriegsrhetorik möchte ich gar nicht sprechen), sollten – gerade wir Politiker – Brücken bauen.
Digitale Brücken – indem wir uns ohne Scheuklappen ins Netz wagen und auf Tuchfühlung gehen.
Reale Brücken – indem wir durch Veranstaltungen im echten Leben, die mannigfachen Gesichter hinter den noch fantasievolleren Avataren kennenlernen.
Silver Surfer
Ich bin nun alles andere als ein „digital native“. Mit meinem schon ein bisschen fortgeschrittenen Alter (auch wenn ich mich nicht wirklich so alt fühle), gehöre ich ja eigentlich schon zu den „silver Surfern“. Und auch gebe ich weder vor ein Internet-/Netz-/ oder Technikexperte zu sein, noch gehört die Netzpolitik zu meinen Steckenpferden. Und als CSU-Abgeordnete ist das Misstrauen im Netz von Natur aus erst einmal groß.
Im Gegenteil ging die Entwicklung des Internets und die Digitalisierung lange an mir vorbei. Ja, ich gebe auch zu, dass ich lange zu den Menschen gehörte, die Emails ausgedruckt haben.
Für mich kam der Wendepunkt mit zwei Entwicklungen: iPad und Twitter
Ich möchte hier gar keine Schleichwerbung für ein Unternehmen machen, das mit seinem Quartalsgewinn Griechenlands Haushaltsprobleme lösen könnte. Auch möchte ich nicht in die Götzenverehrung eines Steve Jobs einstimmen. Aber für mich persönlich war das iPad eine Revolution und meine Tür ins Internet. Inzwischen schreibe ich rund um die Uhr Mails , kaufe im Internet ein, lese meine e-papers, recherchiere für Reden und buche auch schon einmal Flüge online. Mit meiner lieben Kollegin Doro Bär tausche ich mich über interessante und teils abgefahrene Apps aus und ab und zu entdecke ich inzwischen neue Videos, die nicht einmal meine jungen Mitarbeiter kennen.
Dabei bin ich an das Thema Internet neugierig und unvoreingenommen herangegangen und habe es schätzen und lieben gelernt. Natürlich sind mir auch negative Entwicklungen aufgefallen: so kann man schnell sehr viel Zeit „versurfen“, anstatt die To-Do-Liste abzuarbeiten. Auch liefert wahrlich nicht jeder Blog Qualitätsjournalismus und manchmal habe ich das Gefühl, alle Verschwörungstheoretiker dieser Welt leben sich derzeit im Netz aus. Zudem ist natürlich der ständige Nachrichtenfluss Fluch und Segen zugleich.
Die zweite Entwicklung, die mein Verständnis vom Netz völlig verändert hat, ist Twitter.
Ehrlich gesagt habe ich mit dem Twittern – zunächst auch mit Hilfe meines Teams – in 2009 aus wahlkampftaktischen Gründen angefangen. Auch hier gab es bei mir den großen Schub durch das iPhone, womit ich von überall aus einfach Twittern konnte. Und während ich am Anfang Twitter ausschließlich als „Wo-bin-ich-gerade-und-was-mache-ich-heute-tolles-Tool” nutzte, ohne mit meinen Followern zu kommunizieren, wurde mir erst peu-a-peu klar, was hinter der „Idee Twitter“ steckt.
Inzwischen habe ich tolle Menschen kennengelernt. Ich bekomme ungefiltertes Feedback, Hilfe von meinen Tweeps, kann mich austauschen, oder auch einmal wieder über den FCN jammern. Ich bekomme immer mehr Einladungen einfach per direct message, anstatt auf dem mühsamen Postweg – dies ist schneller und schont auch noch die Umwelt. Und ab und an schaffe ich es auch einmal zu einem Twittagessen. Die Leserbriefe von gestern, sind die Tweets von heute.
Twitter ist meine persönliche digitale Brücke zu den Menschen geworden. Nicht nur in meinem Wahlkreis oder Franken, sondern in ganz Deutschland und der Welt – und glauben Sie mir, da ist ein toller Austausch möglich!
Im September 2011 war ich auf Auslandsreise in Ägypten, dort habe ich in der Tahrir-Lounge im Goethe Institut in Kairo ägyptische Twitterer, Blogger und Internetaktivisten getroffen, die über das Internet ihre Revolution organisiert und ihre Ideen von Freiheit transportiert haben. Was als Stimmen von einzelnen begann, wurde dank der Verbreitungsmöglichkeiten im Internet, zu einem unüberhörbaren Chor der Entrüsteten. Die Arabellion wurde auch in Deutschland – zu Recht- gefeiert.
Aber heute zum ersten Jahrestag ist die Euphorie etwas verfolgen. Die Internetgemeinde ist auf die reale Welt gestoßen, die weit weniger liberal und progressiv ist. Im Gegenteil zeigen die Wahlergebnisse, dass die Bevölkerung weit religiöser und weniger internetaffin ist, als von vielen (im Ausland) gehofft.
Auch hier wieder ein Beispiel für die zwei Parallelwelten.
Mehr Internet wagen
Dennoch ist mein Fazit: Ohne Internet geht zukünftig nichts mehr. Und deshalb werden alle hiermit verbundenen Themen wichtiger werden.
Die Piraten haben ihr Umfeld gefunden, weil sie die Zeichen der Zeit erkannt haben. Allerdings muss man auch sagen, dass sie darüber hinaus auch noch nicht viel mehr erkannt bzw. geleistet haben.
Es gilt aber auch festzustellen, dass es eben so viel mehr und manchmal (man mag es kaum glauben) auch wichtigere Themen als das Internet/ die Netzpolitik gibt. Und so wie die Piratenpartei zu eigentlich allen Themen außer dem Internet Lösungen auf die Fragen und Nöte der Menschen finden muss, so müssen die anderen Parteien Antworten auf die Bedürfnisse der Netzgemeinde finden. Politisch erfolgreich wird künftig sein, wer beide Pole am besten verbinden können wird. Denn meines Erachtens ist es falsch, die Problematiken der Netzpolitik immer abgekoppelt von den anderen Politikfeldern zu sehen. Nichts ist monokausal und eine derartige Betrachtungsweise ist schlicht zu eingeengt, um dauerhafte und allseits befriedende Lösungen zu finden.
Warum dieser Text?
Die gestrige Diskussion hat mir keine Ruhe gelassen. Gedanken, die sich über Monate entwickelt haben, wollte ich einmal zu Papier bringen.
Mein Vorschlag ist, wir sollten die reale nicht gegen die digitale Welt ausspielen, sondern vernünftig miteinander reden. Dies gilt allerdings für beide Seiten. Denn häufig reagiert die Netzgemeinde mit übertriebenen Hohn und Spott auf Ansichten, die sie in dieser Form nicht teilt. Diese Reaktionen tragen aber nicht gerade dazu bei, dass internetkritische Politiker ihr Herz für die Netzpolitik entdecken. Auch die Reaktionen auf den Kommentar meines Kollegen im Netz waren einmal wieder einmal übertrieben. Auch bei den schier nicht enden wollenden Tweets von Volker Beck zu diesem Thema habe ich mich gefragt, ob es ihm eigentlich um die Netzpolitik geht, oder nur um Unions-Bashing?
Auch kann ich manchmal nicht nachvollziehen (und so wird es vielen Politikern gehen), dass gegen den Staat und die Regierung ein derartiges Misstrauen herrscht. Dagegen wird Internet/- und Technikunternehmen, die nichts anderes als kapitalistische Big Player sind, häufig blind vertraut. Diese Unternehmen mögen vielleicht in ihren Gründerjahren ehrenwerte Ziele verfolgt haben. Aber börsennotierte Konzerne, verfolgen sicherlich nicht ausschließlich das Wohl und Wehe der Netzgemeinde. Gleichzeitig möchte ich auch gar nicht abstreiten, dass der Staat und seine Vertreter kritisch bei ihrer Arbeit begleitet werden sollten. Auch hier ist viel Raum für beide Seiten, um sich auf einem gesunden Niveau des Misstrauens, aber auch des Vertrauens zu treffen.
Genauso wenig verstehe ich, wie manche Kollegen/-Innen Pressemitteilungen en masse veröffentlichen, obwohl ihnen offensichtlich die Expertise auf diesem Gebiet fehlt oder zu mindestens die Toleranz Dinge auch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wenn selbst ich als politischer Oldie, CSU-Frau und aus Bayern kommend, den Weg ins Netz geschafft habe, dann sollte es doch die Mehrheit meiner Kollegen/-Innen erst recht schaffen. Zu mindestens einen Versuch wäre es doch wert, oder?
Fraglich bleibt nun, wie wir mit all diesen Themen in Zukunft umgehen.
Ein indianisches Sprichwort sagt: Du sollst nicht über einen anderen urteilen, wenn du nicht mindestens 100 Meter in seinen Mokassins gelaufen bist.
In diesem Sinne wünsche ich mir, dass die internetkritischen Politiker und Zeitgenossen sich mit unvoreingenommener Neugier diesem Themenkomplex annehmen und einmal versuchen, politische Fragen auch aus der Perspektive der Netzgemeinde zu betrachten.
Gleichzeitig wünsche ich mir, dass auch die Netzgemeinde erkennt, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt und dass sich nicht alle Lebenssachverhalte einfach digitalisieren lassen. Ich möchte die Menschen, die sich im Internet und in der digitalisierten Welt zuhause fühlen ermuntern, neuen Usern unter die Arme zu greifen und sie so auf die zahlreichen Vorteile des Internets aufmerksam zu machen. Dabei möchte ich noch einmal klarstellen, dass der digitale Bruch durch die Gesellschaft nicht entlang einer Altersgrenze zu erkennen ist. Beispielsweise habe ich neulich meinen Sohn aufgeklärt, was ein #Hashtag ist.
Web 2.0 ist nicht Geschichte, sondern der Anfang.
Und es wird geprägt, von den Menschen, die es nutzen. Wir müssen aber die Vorteile und Scheu hiergegen abbauen. Als es die ersten Autos gaben, hatten die Menschen auch hiervor Angst. Heute sehe ich aber kaum mehr Pferdefuhrwerke auf den Straßen. Als der erste Mann in die Lüfte ging, wollte ihm kaum einer folgen. Heute freuen wir uns, wenn wir mit hunderten anderen Passagieren in einem A380 fliegen können. Veränderung, Neues, Ungewohntes ist per se nichts Schlimmes. Was sich daraus entwickeln kann, liegt aber an uns allen!
Zusammen können wir sicherlich mehr erreichen, als gegeneinander. Lasst uns in einen ehrlichen und vorurteilsfreien Dialog treten. Lasst uns die verschiedenen Thematiken und Probleme offen diskutieren. Ich habe das Gefühl, dies könnte ein sehr interessanter Austausch werden.
Und wie es zu Zeiten Bill Clintons in den 90er Jahren noch hieß: It’s the economy, stupid! So muss es heute wohl heißen: It’s the internet, stupid!
(Eintrag fürs Logbuch: Es ist nun 0:15 – musste mir diesen Text einfach einmal von der Seele schreiben. Eure Silver Surferin Dagmar Wöhrl:-) )
PDF Download, Statement, 31. Januar 2012
Junge Leidenschaft für Franken
Dagmar Wöhrl engagiert sich als Kuratoriumsvorsitzende für Sankt Paul „Haus der Athleten“ in Nürnberg
Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land ist deutlich geworden, dass zur deutschen Kultur nicht nur Musik oder Literatur, sondern auch Sport gehört. Sport nimmt verschiedene Funktionen ein: Er steht für Freizeitvergnügen, Fitness und Leidenschaft. Er stärkt unsere Gesundheit, lehrt Teamfähigkeit oder Disziplin und in keinem anderen gesellschaftlichen Bereich gelingt die Integration von ausländischen Mitbürgern besser als auf dem Spielfeld.
Die Nürnberger Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl legt bei ihrer Arbeit den Fokus auch auf das Thema Sport. Hierzu unternimmt sie seit einigen Jahren eine „Sportreise“ quer durch die Metropolregion. Dabei besucht sie Spiele und Wettkämpfe, spricht mit Verantwortlichen und Trainern und versucht behilflich zu sein, wenn wieder einmal der berühmte Schuh drückt.
Nach Ansicht von Wöhrl sind Nürnberg und die Region beim Thema Breitensport gut aufgestellt. Hier gäbe es zahlreiche Angebote für Jung und Alt in den unterschiedlichsten Sportarten. Anders sähe es aber im Spitzensport aus, besonders bei der Nachwuchsförderung.
Wöhrl erklärt: „Zwar haben wir mit Sportlern wie den 1. FCN Jung-Profis Markus Mendler und Marvin Plattenhardt oder dem Hockey-Olympiasieger und Hallenweltmeister Max Müller oder dem Ringer Tim Schleicher stellvertretend Beispiele für eine positive Entwicklung von Talenten bei uns vor Ort. Aber wirklich viel ist das für eine große Region wie Nürnberg nicht. Die Nürnberger Stadtspitze spricht zwar gerne von Nürnberg als „Sportstadt“, aber dies ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt ein gutes Breitensportangebot. Im halbprofessionellen Bereich fehlt es aber an Nachhaltigkeit und Unterstützung.“ [...]
Brief aus Kreuth. Grußwort von 36. Klausurtagung der CSU-Landesgruppe
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
in diesen ersten Tagen des Jahres hat die CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag die politischen Weichen für das neue Jahr gestellt. Wir haben die für die Menschen in unserem Land wirklich wichtigen Themen diskutiert: Die Schuldenkrise in Europa, die Zukunft unseres Sozialstaates und die Bekämpfung des Rechtsextremismus.
Zu Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten wir versprochen, dass wir unser Land gestärkt aus der Krise führen. Wir haben Wort gehalten. Bayern und Deutschland geht es heute gut. Wir sind wieder Konjunkturlokomotive in Europa. Mit über 41 Millionen erwerbstätigen Menschen hat die Beschäftigung in 2011 einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen liegt deutlich unter drei Millionen – bei Rot-Grün waren es noch über fünf Millionen. Es ist eben nicht egal, wer Deutschland regiert!
Theo Waigel hat dafür gesorgt, dass der Euro so stark ist wie die D-Mark. Rot-Grün hat mit dem Beitritt Griechenlands zum Euro-Raum und der Aufweichung der Stabilitätskriterien maßgeblich zur heutigen Krise beigetragen. Wir setzen uns weiter dafür ein, eine Stabilitätskultur in Europa zu verankern und den hart erarbeiteten Wohlstand der Menschen in unserem Land zu erhalten.
Unsere Politik hat im abgelaufenen Jahr entscheidend zu den Erfolgen der christlich-liberalen Koalition beigetragen. Dies wird auch 2012 so bleiben. Wir sorgen mit unserer klaren Haltung für eine stabile Währung in Europa, wir sichern Stabilität in der christlich-liberalen Koalition, und wir sind der Garant für Sicherheit und Wirtschaftswachstum in Bayern und Deutschland.
Mit freundlichen Grüßen
Dagmar Wöhrl MdB
im BRIEF AUS KREUTH
36. Klausurtagung der CSU-Landesgruppe
Rockin´X-Mas Benefizfestival
Benefizfestival zugunsten der Emanuel-Stiftung unter der Schirmherrschaft von MdB Frau Dagmar Wöhrl.
Rockin´X-Mas Benefizfestival
Samstag, 10.12.2011, 19.30 Uhr
Alle Bands spielen unter Verzicht nGage.
Eintritt: Erwachsene: 5 € ; Ermäßigte u. Jugendliche/Kinder: 3 €
Rockin´X-Mas wird präsentiert von Radio StarFM Nürnberg.
Programm:
The Inglorious Pranksters
M*Bates
Wasted
Hyrax
Nürnbergs DJ-Ikone “DJ Homer” begleitet durch den Abend.



