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Dagmar G. Wöhrl

Bundestagsabgeordnete, Nürnberg Nord. Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
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Interview: Da geht es um alles

geschrieben am 2. September 2010

Die Vorsitzende des Entwicklungsausschusses sieht eine Milliarde Menschen durch die Wüstenausbreitung bedroht

Frau Wöhrl, in Deutschland gibt es keine Wüsten, vielmehr überall fruchtbares Land. Warum sind Wüsten überhaupt ein Thema für uns?

Die massive Ausbreitung der Wüsten weltweit ist eines der größten Umweltprobleme, die wir derzeit haben. Man muss sich die Zahlen nur einmal ansehen: 40 Prozent der Trockengebiete sind schon jetzt von Desertifikation betroffen. Das heißt, die Wüsten breiten sich sehr, sehr schnell aus. Das hat unmittelbare Folgen für jene, die in den betroffenen Regionen leben – und das sind mehr als eine Milliarde Menschen. Ihre Nöte gehen auch uns etwas an.

Was sind das für Probleme?

Da geht es ums Überleben. Wenn die Wüste sich ausbreitet, erodieren die Böden, die Landwirtschaft bricht zusammen. Es fehlen Lebensmittel, und die Menschen hungern. Außerdem mangelt es in diesen Regionen an Wasser, die hygienischen Bedingungen sind entsprechend schlecht, Krankheiten breiten sich aus. Aber auch Bildung ist ein großes Thema.

Das müssen Sie erklären. Was hat die Ausbreitung von Wüsten mit Bildungsproblemen zu tun?

Vor allem Frauen und Kinder müssen heute oft ewig weit laufen, um Wasser zu finden und in ihre Dörfer zu tragen. Wenn Kinder den ganzen Tag nur damit beschäftigt sind, Wasser zu holen, haben sie keine Zeit mehr, in die Schule zu gehen. Das sind alles Dinge, an die viele überhaupt nicht denken, wenn sie über das Thema sprechen.

Angesichts Ihrer Schilderungen verwundert es, dass die Wüstenausbreitung in der Entwicklungspolitik keine besondere Rolle spielt. Dabei leiden ausgerechnet die 50 am wenigsten entwickelten Länder enorm unter ihren Folgen.

Intern wird schon sehr viel gemacht. 1996 haben die Vereinten Nationen die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung verabschiedet. Um sie zu erfüllen, hat Deutschland allein für 679 bilaterale Projekte und Maßnahmen gegen Desertifikation, die im Jahr 2005 liefen, 1,83 Milliarden Euro bereitgestellt. Realisiert werden sie unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ). Auch viele Nichtregierungsorganisationen leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Haben die Investitionen denn schon Erfolge gebracht? Immerhin ist die UN-Konvention 14 Jahre alt, die Wüsten scheinen sich unvermindert auszubreiten.

Es gibt viele kleine Fortschritte. So hat man in vielen Ländern verstanden, dass es wichtig ist, die weitere Erosion des Bodens aufzuhalten. Sie versuchen zu verhindern, dass dem Boden weiter Wasser entzogen wird und bauen Pflanzen an, die weniger Wasser brauchen. Nigeria zum Beispiel hat in den vergangenen 30 Jahren mehr als fünf Millionen Hektar Bäume gepflanzt.

Eine beachtliche Zahl…

Ja, das alles hängt eng mit der ländlichen Entwicklung zusammen. Sie ist auch ein Schwerpunkt unserer Ausschussarbeit in dieser Legislaturperiode. Leider wurde dieser Bereich der Entwicklungspolitik in den vergangenen Jahren finanziell stark zurückgefahren. Das war ein Schritt in die falsche Richtung, den wir korrigieren wollen. Schließlich wird fruchtbarer Boden für die Landwirtschaft bald rar – und die Weltbevölkerung wächst.

Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Nahrungsmittelproduktion bis zum Jahr 2030 deshalb verdoppeln muss.

Ja, aber was passiert? Es stehen immer weniger Flächen zum Nahrungsmittelanbau zur Verfügung, etwa weil auf ihnen Biokraftstoffe angebaut werden. Außerdem haben sich die Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern stark verändert. Regelmäßiger Fleischkonsum ist dort inzwischen selbstverständlich. Das Getreide wird nun nicht mehr verwendet, um Brot zu backen, sondern um das Vieh damit zu füttern.

Wenn die Lebensgrundlage von so vielen Menschen bedroht ist, muss man dann nicht auch zunehmend Spannungen und Konflikte in diesen Regionen befürchten?

Ja, das ist ein Dominoeffekt. Erst kommen Wassermangel und Armut, dann beginnt der Kampf um das Wasser. Es wird zunehmend Konflikte geben. In der Folge werden immer mehr Menschen in die Städte fliehen. So entstehen zunehmend Megacities, riesige Städte, die so viele Menschen oft schon jetzt nicht mehr aufnehmen können. Die nigerianische Stadt Lagos mit ihren fast 10 Millionen Einwohnern ist dafür ein gutes Beispiel. Die Lebensbedingungen dort sind so schlecht, dass viele Flüchtlinge nicht lange bleiben. Sie werden schnell vor unserer Haustür stehen.

Sie fürchten eine wachsende Migration nach Europa?

Ja. Wir haben ein persönliches Interesse daran, diese Flüchtlingsbewegungen zu verhindern und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort so zu verbessern, damit sie keinen Grund mehr haben, ihre Heimat zu verlassen.

Haben die Industrieländer nicht aber auch eine Verantwortung für diese Menschen? Schließlich trifft der Klimawandel die Ökosysteme und Bewohner in Wüstenstaaten und Entwicklungsländern besonders hart, obwohl sie ihn gar nicht verursacht haben.

Sicher haben die Industrieländer hier eine Verantwortung und es ist wichtig, dass wir dafür Lösungen finden. Der Klimagipfel von Kopenhagen im Dezember war diesbezüglich ja nicht gerade ein Ruhmesblatt der Staatengemeinschaft. Wir können nur hoffen, dass auf dem nächsten Klimagipfel in Cancún mehr herauskommt. Daran haben wir ein großes Interesse. Der Klimawandel hört ja nicht vor Landesgrenzen auf.

Jetzt haben wir immer nur über die Schattenseiten von Wüsten gesprochen. Dabei bergen sie auch riesige Potenziale, wenn man nur einmal an die Sonne denkt, die dort den ganzen Tag scheint. Liegt in der Energieversorgung aus der Wüste unsere Zukunft?

Das Desertec-Projekt zum Beispiel will ja Solarstrom in den Wüsten Afrikas produzieren und nach Europa leiten. Es soll aber auch zur Stromversorgung Afrikas mit beitragen. Das ist eine prima Sache, aber es gibt auch noch viele Fragezeichen.

Sie meinen, den Transport des Stroms?

Sie brauchen Netze und Leitungen, um den Strom nach Europa zu befördern. Dafür sind internationale oder bilaterale Abkommen notwendig, die noch ausgehandelt werden müssen. Es ist wichtig, da am Ball zu bleiben und Hindernisse auszuräumen.

Ob Desertec oder andere Solarprojekte: Werden die Potenziale der Wüsten Ihrer Meinung nach ausreichend genutzt?

Ich glaube, dass die Potenziale der Wüsten hinsichtlich der Energieversorgung erheblich größer sind und bisher viel zu wenig genutzt werden. Wir werden sie aber nutzen müssen und Deutschland kann dabei eine Vorreiterrolle übernehmen.

Als großer Exporteur, gerade von Fotovoltaikanlagen, wäre das für Deutschland auch ein lukratives Geschäft.

Keine Frage, Deutschland profitiert auch in dieser Hinsicht stark vom Ausbau der Solarenergie in Wüsten. Diese Investitionen sind für uns Win-Win-Situationen.

Ländliche Entwicklung, Energieprojekte, Kampf gegen Wüstenausbreitung – Ihrem Ausschuss geht die Arbeit wohl auch in den kommenden Jahren nicht aus.

Nein, bestimmt nicht, aber mir ist dabei vor allem eines wichtig: Die Entwicklungspolitik muss effizienter werden. Es ist keine Frage des Geldes, sondern der Prioritätensetzung. Wir können nur Anreize geben, Entwicklungen unterstützen. Aber letztlich müssen die Menschen in Entwicklungsländern sich selber helfen.


Interview DAGMAR WÖHRL
»Da geht es um alles« von Johanna Metz.

www.das-parlament.de

Interview: Afrika ist bunt, vielseitig, widersprüchlich und voller Kontraste

geschrieben am 2. September 2010

Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl unterstützt nicht nur als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Kontinent Afrika. Mit der Emanuel Stiftung hilft sie Kindern auf der ganzen Welt.

Dagmar Wöhrl (CDU/CSU) ist in der laufenden 17. Wahlperiode Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Im mitmischen.de-Interview sprach sie über die Auswirkungen der Fußball-WM auf Afrika, den Sinn der Entwicklungshilfe, die gesundheitlichen Probleme auf dem Kontinent und ihre persönlichen Eindrücke von Afrika.

2010.09.02-DW-Interview-Mitmischen

mitmischen.de: Die Fußball-WM ist vorbei und die Ü-Wagen sind wieder weg. Im Vorfeld sprachen viele Menschen davon, dass dieses große Ereignis eine Chance für Südafrika sei, wenn nicht sogar für den gesamten Kontinent Afrika. Hat sich das bewahrheitet?

Dagmar Wöhrl (CDU/CSU): Vor der WM habe ich die Frage nach den Chancen der FIFA-Fußballweltmeisterschaft für den Kontinent Afrika mit Vertreter und Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) diskutiert. Ich war selber überrascht: Die NGOs knüpften keine allzu großen Erwartungen für den afrikanischen Kontinent an die Fußballweltmeisterschaft.

Die Menschen in den kleinen Dörfern irgendwo in Burundi oder im Niger haben wenig von der WM mitbekommen. Die Konflikte im Sudan, in Somalia und zwischen Äthiopien und Eritrea konnten durch die Weltmeisterschaft nicht beendet werden. Und doch: Diese Weltmeisterschaft hat den Fokus der weltweiten Öffentlichkeit auf einen vergessenen Kontinent gesetzt. Zudem sollte und hat die Weltmeisterschaft Vorurteile abgebaut, wie dies vor vier Jahren auch in Deutschland geglückt ist. Natürlich war die Weltmeisterschaft kein Wundermittel, aber sie hat die Afrikaner untereinander und die Afrikaner mit dem Rest der Welt verbunden.

Als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben Sie sich nicht nur zur Fußball-WM mit Afrika befasst. Welche Afrika-Themen behandelt der Ausschuss aktuell?

Wir befassen uns in unserer Arbeit täglich mit Afrika – sei es direkt oder indirekt. Meistens geht es um die Probleme einzelner Staaten Afrikas. Oft aber auch um grenzüberschreitende Themen, wie die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, Landraub oder Ressourcenknappheit. Der Kontinent wird von außen als einheitlicher Block betrachtet, was ihm aber keinesfalls gerecht wird. Er ist bunt, vielseitig, widersprüchlich und voller Kontraste.

Im Bereich der Entwicklungspolitik haben wir derzeit mit vielen Krisen parallel zu kämpfen: Wir haben eine Wirtschaftskrise, eine Finanzkrise, eine Welternährungskrise, eine Energie- und Rohstoffkrise, die “Krise” des Weltklimas und einer wachsenden Zahl unvorhersehbarer Naturkatastrophen. Sie sehen, die Liste ist lang. Davon dürfen wir uns aber nicht entmutigen lassen, sondern wir müssen die Probleme klug angehen. Persönlich werde ich mich besonders für die Verbesserung der Bedingungen eines fairen Welthandels einsetzen.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen gehen den Entwicklungsländern derzeit jährlich rund 700 Milliarden US-Dollar aufgrund unfairer Handelsbedingungen verloren – das Sechsfache der gesamten Entwicklungsmittel. Diese Mittel können die Geberstaaten nicht ausschließlich aus ihren Staatshaushalten hervorbringen. Wir müssen die internationalen Rahmenbedingungen so strukturieren, dass beispielsweise Handelsbarrieren und handelsverzerrende Maßnahmen (Stichwort “Agrarexportsubventionen”) abgebaut werden.

Bis Mitte September ist das Parlament noch in Sommerpause, während der die Abgeordneten aber auch im Hintergrund an den verschiedenen Themen arbeiten. Ab dem 11. September kommen wir dann wieder in Berlin zusammen. Gleich in der ersten Woche verhandelt das Parlament über den Bundeshaushalt 2011 und darüber, wie hoch der Anteil für Entwicklungszusammenarbeit sein wird.

Wie sieht es aus mit Ihren persönlichen Eindrücken von Reisen nach Afrika oder auch in andere Entwicklungsländer – mit welchen Eindrücken kommen Sie nach Deutschland zurück?

Ja, sehr! Mich führen schon seit vielen Jahren regelmäßig Reisen in die verschiedenen Teile Afrikas. Meine Arbeit für unsere Stiftung, die “Emanuel Stiftung“ – benannt nach unserem verstorbenen Sohn –, hat mich schon lange bevor ich Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) geworden bin, häufig nach Afrika geführt. Mit der Stiftung konnten wir wunderbarerweise bereits viele Kinder in Not unterstützen und einige Kinderheime und Schulen aufbauen.

Bei meinen Reisen nach Afrika bewegt mich immer besonders die Ungleichheit und oft schreiende Ungerechtigkeit der Lebensbedingungen der Menschen. Die herrschenden Klassen sind nicht selten durch Korruption, Vetternwirtschaft und rechenschaftsloses Vorgehen zu Status und Geld gekommen. Sie kommen leider allzu oft ihren Pflichten, beispielsweise als Politiker, nicht nach, verantwortungsvoll und menschenwürdig zu regieren und damit die Lebensbedingungen der eigenen Bevölkerung zu verbessern.

Vielen Staaten in Afrika mangelt es per se nicht am Geld, sondern an einer guten Regierungsführung. Trotzdem, oder gerade deshalb, sind die Offenheit, die Herzlichkeit und die Neugierde der Menschen auf den Straßen, in den Dörfern für Besucher aus Deutschland geradezu umwerfend. Sie und die vielen Probleme, die wir als Fachpolitiker bei unseren Reisen durch den Kontinent erkennen, spornen uns an, uns für eine gute und effektive Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen.

Stichwort Entwicklungshilfe: Viele sagen, es wird nicht genug getan – andere kritisieren die Entwicklungshilfe, weil sie abhängig macht und eigene Initiativen hemmt. Was ist Ihre Meinung?

In der Entwicklungszusammenarbeit mangelt es nicht in erster Linie an Mitteln: Die Mitglieder der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zu denen auch Deutschland gehört, geben jährlich mehr als 100 Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit aus. Die internationalen Zusagen für Entwicklungshilfe sind damit jedoch bei Weitem noch nicht erfüllt. Die EU-Staaten haben 2006 in einem Stufenplan die schrittweise Steigerung ihrer Offiziellen Entwicklungshilfe (ODA) bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) eines jeden Mitgliedsstaates geeinigt. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit bedeutet aber auch, dass die Partnerländer ihrer Verantwortung gegenüber ihren Bürger und Bürgerinnen nachkommen. Dazu gehören solide staatliche Strukturen, Gesundheits- und Bildungssysteme, funktionierende Wirtschaften und verantwortungsvolles Handeln der Machthaber. Diese komplexen und langjährigen Entwicklungen unterstützen wir im Rahmen unserer Politik auf internationaler Ebene wie auch mit unserem Handeln in Deutschland. Letztlich sind hier aber die Entwicklungsländer selbst gefragt, ihre Hausaufgaben zu machen. Mit unseren entwicklungspolitischen Programmen und Projekten können wir nur Anstöße leisten; die eigentliche Entwicklung müssen die Partnerländer jedoch schon selbst leisten.

Sie sind unter anderem stellvertretendes Mitglied im Unterausschuss “Gesundheit in Entwicklungsländern”. Wie beurteilen Sie die gesundheitliche Zukunft Afrikas? Welche Chancen hat der Staat und welche Probleme sind aktuell zu bewältigen?

Am schlimmsten wüten HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria, an denen täglich fast 11.500 Menschen sterben. Fast zwei Drittel dieser Menschen leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Die Mittel, mit denen sich HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria verhindern ließen, kosten nicht viel, sind wirksam und retten schon jetzt jedes Jahr das Leben von Millionen Menschen. 100 Euro im Jahr kostet eine Behandlung für einen Menschen, der mit HIV/Aids lebt (vor zehn Jahren waren es noch 7.000 Euro). Dank der erfolgreichen Bemühungen, die Preise für Medikamente zu senken, und der Einrichtung von Programmen wie dem Globalen Fonds und dem US-amerikanischen Hilfsprogramm PEPFAR (US-President’s Emergency Plan for Aids Relief) kommt die HIV-Diagnose in den ärmsten Ländern der Welt heute nicht mehr einem Todesurteil gleich.

Etwa drei Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner erhalten derzeit lebensrettende HIV/Aids-Behandlungen. 2002 waren es lediglich 50.000. Der Zugang zur Behandlung von Tuberkulose hat sich ebenfalls stark verbessert: Zwischen 1995 und 2008 wurden 36 Millionen Tuberkulose-Kranke behandelt. Der Schutz vor Malaria mit Hilfe von Moskitonetzen kostet gerade einmal sieben Euro – einschließlich Verteilung und Einweisung der Nutzer in ihre Verwendung.

Interview // Dagmar Wöhrl (CDU/CSU)
Mitmischen. Das Jugenportal des Parlaments

Dagmar Wöhrl im Gespräch mit Uwe Lueb im SWR2 Tagesgespräch

geschrieben am 1. April 2010

Vor der Haiti-Geber-Konferenz sagte die Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dagmar Wöhrl, CSU: „Haiti ist kein Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland wird sich an der internationalen Hilfe für Haiti weiter beteiligen. Das sagte die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dagmar Wöhrl, CSU, im Südwestrundfunk (SWR). Bisher habe Deutschland direkt, über die EU und die Weltbank schon rund 180 Millionen Euro für Haiti bereit gestellt. Außerdem leiste Deutschland technische Hilfe in Haiti. So würden etwa KFZ-Mechaniker ausgebildet,  Wiederaufforstungs- programme unterstützt und ein so genannter Mikrofinanzsektor aufgebaut.
Allerdings sei Haiti kein Schwerpunkt deutscher Entwicklungszusammenarbeit und werde es auch nicht werden, so Wöhrl im SWR.

Audiobeitrag: Interview Dagmar Wöhrl Mitschnitt aus  SWR2 Tagesgespräch, (Mittwoch, 31. März 2010 07.31 Uhr).

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BILD-Interview mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Staatssekretärin Dagmar Wöhrl

geschrieben am 16. September 2009

Wir müssen die Zockerei der Manager stoppen.
2009-09-14_bild_interview_guttenberg_und_woehrl_teaser Zum Vergrößern bitte Bild anklicken.

Nürnberg – In der Wählergunst steht er ganz oben, seine Auftritte in stets voll besetzten Bierzelten sind schon Kult: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (37, CSU). Der gebürtige Oberfranke legte eine Blitzkarriere hin. Mitten in der größten Krise übernahm er im Februar das Wirtschaftsministerium, versucht seitdem zusammen mit Staatssekretärin Dagmar Wöhrl (55, CSU), Deutschlands krisensgebeutelte Industrie wieder auf Vordermann zu bringen. In BILD sprechen beide Klartext über Quelle, die Zockerei der Manager und den Weg aus der Krise.

BILD: Zwei Franken arbeiten in Berlin zusammen im Wirtschaftsministerium. Wie funktioniert das denn genau?
Guttenberg: „Wir pflegen eine wundervolle Zusammenarbeit. Das soll keine Worthülse sein. Es ist ein hohes Maß an Vertrauen, das unsere tägliche Arbeit prägt.
Wöhrl: „Wir harmonieren, denke ich, sehr gut. Wir tauschen uns häufig aus, sind auf einer Linie und sehr geradlinig – ganz fränkisch.

Hier Klicken um das gesamte Interview zu lesen. [...]

Videobotschaften

geschrieben am 21. August 2009

Dagmar Wöhrl konkret

Dagmar Wöhrl im Wirtschaftsministerium Berlin zum Thema Bildungspolitik

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Dagmar Wöhrl konkret > “politisch nachgefragt”

Dagmar Wöhrl beantwortet im Interview Fragen zu Ihrer politischen Arbeit

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Dagmar Wöhrl konkret > Soziale Marktwirtschaft

Dagmar Wöhrl im Wirtschaftsministerium Berlin zum Thema Soziale Marktwirtschaft

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Dagmar Wöhrl konkret > “persönlich nachgefragt”

Ein Interview mit Dagmar Wöhrl, MdB

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Ansprache Theseus

Dagmar Wöhrl Ansprache THESEUS Talente Wettbewerb

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Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg

Eröffnungsrede anlässlich der Maritimen Konferenz 2009

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“Konjunkturpakete kommen beim Mittelstand an” – Interview mit Dagmar Wöhrl

Mit freundlicher Genehmigung von lrhein-main.business-on.de_interview_dagmar_woehrl

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“Ich bin Fränkin durch und durch” – Interview mit Dagmar Wöhrl

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Interview zur politischen Informationsfahrt

geschrieben am 18. August 2009

Dagmar Wöhrl informiert zu politischen Informationsfahrt nach Berlin.

Hier ist der Mitschnitt des Interviews auf Radio F vom 05.05.2009:

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Dagmar Wöhrl entdeckt das Twittern, aber: Liebe zur Zeitung bleibt ungebrochen

geschrieben am 23. Juni 2009

Sie twittert zwar und lädt eigene Videos bei YouTube hoch, im NZ-Gespräch zu ihrem Medienverhalten gesteht die Nürnberger Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl dennoch: «Ich bin noch altmodisch.« Texte lasse sie sich immer noch ausdrucken. «Damit ich an den Rand Korrekturen machen kann.«

Als Staatssektretärin im Wirtschaftsministerium ist Wöhrl auch für den Bereich Kultur und Kreativwirtschaft zuständig, in den auch neue Medien oder Computerspiele fallen. Welche Geräte besitzen Sie persönlich?
Ich habe schon seit Jahren ein Communicator-Handy, mein Brikett. Das ist  inzwischen schon das dritte Folgemodell, damit gehe ich auch ins Internet und schreibe  SMS. Dann habe ich noch, wegen der besonderen Sicherheitsstufe, ein zweites Handy für die E-Mails vom Ministerium. Dazu habe ich noch ein Vaio-Laptop, das ich vor allem auf Reisen benutze, um mich im Internet über aktuelle Themen zu informieren.

Mit welchem Betriebssystem arbeiten Sie?
Bisher ist das alles Windows. Wir haben das aber erst vor wenigen Tagen wieder debattiert, denn wir haben im Ministerium und in meinem Bundestagsbüro zwei verschiedene Systeme – aus Sicherheitsgründen. Die sind nicht miteinander kompatibel, so dass wir immense Schwierigkeiten haben, etwa die Kalender abzugleichen oder eine To-do-Liste zu erstellen.

Sie twittern auch seit ein paar Monaten. Wie sind Sie dazu gekommen?
Da hat mich eine Mitarbeiterin drauf gebracht. Ich habe mir das dann erklären lassen und gemerkt: Das ist eigentlich eine schöne Sache. Man kann die Leute teilhaben lassen, an dem, was man gerade tut und ihnen zeigen, wer ist der Mensch Dagmar Wöhrl überhaupt. Man sollte das aber nicht benutzen, um auf den Gegner einzuhauen, und sich auch nicht von Internetnutzern unter Druck setzen lassen.

Von der Bundespräsidentenwahl haben Sie ebenfalls getwittert. Das hat anderen Abgeordneten ziemlichen Ärger eingebracht, weil sie vorzeitig das Ergebnis via Twitter bekanntgegeben haben. Hätten Sie es auch getwittert, wenn Sie es gewusst hätten?
Ich habe es früher gewusst als alle anderen. Ich stand direkt neben der Kanzlerin, als sie plötzlich das Handy aufmachte, erleichtert aufseufzte und mir das Stimmenergebnis für Horst Köhler zeigte. Ich habe schon einen Tweet aufgesetzt, dann aber nicht abgeschickt. Mir war aber sofort klar, dass das andere twittern werden. Wenn man das kann, macht man das. Da habe ich kein Problem damit. Künftig wird es eben nicht mehr so sein, dass ARD und ZDF Nachrichten immer als erste verkünden.

Sind Sie außer bei Twitter noch anderweitig im Internet aktiv?
Wir haben eine eigene Homepage. Außerdem machen wir Videos für YouTube, wo ich Statements zu aktuellen Themen abgebe. Dann gibt es auch noch Abgeordnetenwatch. Da wurde ich mal kritisiert, dass ich nie meine Anfragen beantworte, dabei wusste ich gar nicht, dass es das gibt. Inzwischen bemühe ich mich, da auch relativ schnell zu reagieren. Das sind allerdings keine einfachen Fragen, das kostet ziemlich viel Zeit. Deswegen muss man dann auch sagen: Zu Facebook gehe ich jetzt nicht auch noch.

Radio, Fernsehen, Bücher und Zeitungen gibt es ja auch noch….
Ich sehe eher wenig fern. Aber Zeitungen lese ich viel. Mir ist es lieber, ich habe beim Lesen etwas in der Hand. Da bin ich noch altmodisch. Außerdem muss ich gestehen: Ich hasse es, wenn ich vor Leuten eine Rede halte und schaue dabei nur noch auf Laptopdeckel. Gerade bei jungen Abgeordneten passiert einem das zunehmend. Da bleibt doch die Kommunikation mit dem Menschen auf der Strecke.

Ist das vielleicht auch eine Folge des Obama-Wahlkampfes?
Wir haben uns natürlich bei uns im Haus damit auseinandergesetzt, was Obama da im Internet gemacht hat. Die CSU-Landesgruppe hat auch Spezialisten engagiert, die uns beigebracht haben, wie man die verschiedenen Internetplattformen nutzt. Das Wichtige bei alledem ist aber, den Kontakt zu den Bürgern zu halten. Das mache ich schon seit 14 Jahren mit meinen Bürgersprechstunden. Jetzt versuche ich eben, das zusätzlich auch über das Internet zu machen. Das öffnet mir Türen zu Menschen, die sonst vielleicht politikverdrossen wären.

Interview: Peter Viebig/Petra Nossek-Bock
Artikel aus Lokales Nürnberger Zeitung 23.6.2009 NÜRNBERGER ZEITUNG

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