Integration durch Mitbestimmung – Dagmar Wöhrl ruft zur Teilnahme an der Wahl zum Nürnberger Integrationsrat auf
Der kommende Sonntag, 21. März 2010, ist ein besonderes Datum: Zum ersten Mal wird in Nürnberg ein Integrationsrat gewählt. Dieses neue Gremium wird die Interessen aller Nürnberger mit Migrationshintergrund vertreten. Es wird den Stadtrat in Zuwanderungsfragen beraten und damit den bisherigen Ausländer- sowie den Aussiedlerbeirat ersetzen.
Dagmar Wöhrl: „Zu einer erfolgreichen Integration gehört politische Teilhabe. Die Wahl zum Integrationsrat bietet den in unserer Stadt lebenden Migranten die Möglichkeit, ihre Vertreter zu bestimmen und damit Einfluss auf die politischen Entscheidungen des Stadtrates zu nehmen. Der neue Integrationsrat sollte die nationale, kulturelle, religiöse und ethnische Vielfalt unserer Stadt widerspiegeln“.
Die Bundestagsabgeordnete appelliert daher an alle Ausländer, Aussiedler und Eingebürgerte, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Gehen Sie am kommenden Sonntag zur Wahl! Nur so können Sie die Zukunft der Stadtpolitik in Nürnberg mitgestalten.“
Nähere Informationen zur Wahl des Nürnberger Integrationsrates finden Sie HIER
Pressemitteilung, 05. März 2010
Zeichen setzen!
Menschen mit Behinderungen sollen so umfassend wie möglich am Wirtschaftsleben teilhaben. Dagmar Wöhrl MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, erklärt anlässlich des Besuchs des behindertenpolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Hubert Hüppe MdB, am 20. Juli in Nürnberg:
„Integration hat viele Ebenen: die menschliche, soziale, gesundheitliche, familiäre, aber eben auch eine wirtschaftliche. Die Teilhabe am Arbeitsleben ist gerade für Menschen mit Behinderungen von elementarer Bedeutung. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es ein Gebot ökonomischer Notwendigkeit, sämtliche Beschäftigungspotenziale zu erschließen. Dabei geht es um alle relevanten Bevölkerungsgruppen – gleich ob mit oder ohne Handicap.
Pressemitteilung, Nürnberg 20.07.2009

Rede anlässlich des Besuches der Staatsministerin Böhmer zum Integrationsgipfel am 10. Juli 2009 in Nürnberg
Vielfalt in die Betriebe bringen – Ausbildung junger Migranten fördern. Nürnberg ist bekanntlich eine besonders multikulturelle Stadt. Allein der Ausländeranteil beträgt 18%. Doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.Gleichzeitig hat sich Nürnberg früher als andere Großstädte mit der Zuwanderungsthematik befasst. Schon im Jahr 1972 legte das Sozialreferat dem Stadtrat einen ersten Bericht über die Ausländer in Nürnberg vor. Den seit 1970 im Stadtrat geführten Diskussionen folgte 1973 die erste Wahl zum Ausländerbeirat.
Vom Gastarbeiter zur Fachkraft der Zukunft. Die damalige Zeit war noch sehr stark geprägt durch die Gastarbeiter, die erste Generation der Zuwanderer. Die ausländischen Arbeitskräfte waren einer der Gründe weswegen man in Deutschland von einem Wirtschaftswunder sprechen konnte. Sie haben damals eine jährliche Wirtschaftsleistung im Wert von 20 Mrd. Euro erbracht. Und nicht nur das: Mit viel ehrenamtlichen Engagement haben sie zur Integration unserer Gesellschaft beigetragen. Ich möchte aber heute die Gelegenheit nutzen, um mit Ihnen über die zweite Generation und dritte der Zugewanderten zu sprechen – vor allem über ihre Ausbildung.
Denn das ist es was mich als Wirtschaftspolitikerin besonders bewegt. Die erste Generation der Zugewanderten schwitzte ja bekanntlich meist noch an den Hochöfen, grub unter Tage nach Kohle und stand an den Fließbändern. Die jungen Migranten heute aber werden die Fachkräfte der Zukunft sein – sie haben großes Potential. In der Altersgruppe bis 25 Jahre stellen sie einen Anteil von 28%. Bei den unter 6-Jährigen sind es fast ein Drittel.
Trotzdem haben junge Migranten es schwerer einen Ausbildungsplatz zu finden. Lediglich ca. 24 Prozent der 18- bis unter 21-jährigen Migranten absolvierten 2007 eine Ausbildung. Bei den Deutschen in dieser Altersgruppe waren es ca. 57 Prozent. Ein gewichtiges Problem ist der hohe Anteil von Migranten unter Hauptschülern und jungen Menschen ohne Schulabschluss. Das zeigt sich auch hier in Nürnberg. Der Anteil ausländischer Schüler an Grund- und Hauptschulen beträgt rund 28%, während er an Gymnasien gerade einmal 11% beträgt. An sieben Nürnberger Volksschulen ist der Ausländeranteil sogar höher als 50%. Zwar haben auch die Hauptschüler von dem Ausbildungsboom der vergangenen Jahre profitiert. (Rekord: 2008 sind in Mittelfranken rund 20.000 neue Ausbildungsverträge im Bereich der IHK und Handwerkskammer abgeschlossen worden)
Rede im PDF Format zum Download
Integrationsgipfel mit Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer
„Das Thema geht uns alle an!“ Dagmar Wöhrl MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, erklärt anlässlich des Besuchs von Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration am 10. Juli in Nürnberg:
„Nürnberg ist bekanntlich eine besonders multikulturelle Stadt. Der Ausländeranteil von 18 Prozent ist doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Wir sprechen also nicht über eine kleine Gruppe, sondern über eine zentrale gesellschaftliche Frage, auch auf lokaler Ebene.
Beim Thema Integration kommt der Bildung eine besonders wichtige Rolle zu. Sie ist der Schlüssel, wenn es darum geht, Jugendliche mit Migrationshintergrund besser zu integrieren. Und das nicht nur aus gesellschaftspolitischen Gründen, sondern aus wirtschaftlichen. Denn das ist es, was mich als Wirtschaftspolitikerin besonders bewegt: Die jungen Migranten von heute werden die – dringend benötigten – Fachkräfte der Zukunft sein. Die Ausbildung dieser Jugendlichen ist daher nicht nur eine gesellschaftspolitische Herausforderung, sondern vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung als eine große Chance für unser Land zu sehen.”
Pressemitteilung, Nürnberg 10.07.2009

Kulturelle Vielfalt als Chance
Auch heute habe ich wieder Topentscheider aus Berlin nach Nürnberg geholt, um vor Ort die Lage zu diskutieren. Zusammen mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Prof. Dr. Maria Böhmer, habe ich unter anderem den Kindergarten „Sternenhimmel“ des Mesale e.V. besucht. Meine Botschaft: Integration fängt schon bei den Kleinsten an.
Erstaunlich fand ich, wie unkompliziert der „Sternenhimmel“ die verschiedenen Kulturen unter einen Hut bringt und gleichzeitig für alle klare Regeln setzt. Eine tolle Idee ist zum Beispiel die „Sprachgrenze“, die quer durch den Kindergarten verläuft. Vor der Linie spricht jeder in seiner Muttersprache, hinter der Linie nur deutsch.
Wir brauchen mehr solche Beispiele. Im Gespräch mit den hiesigen Migrantenverbänden – die ich zusammen mit Staatsministerin Böhmer an einen Tisch geholt habe – wurde einmal mehr deutlich: Es muss auch weiterhin alles bewegt werden, damit Integration keine leere Phrase bleibt. Vor allem müssen wir multikulturelle Vielfalt endlich als Chance begreifen – insbesondere in Nürnberg. Durch die vielen Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Stadt haben wir ein enormes Potential.

Besuch der Eyüp-Sultan-Moschee in Nürnberg
Zusammen mit einer Abordnung der CSU und dem bayerischen Integrationsbeauftragten besuchte ich heute die Eyüp-Sultan-Moschee in Nürnberg. Es war ein hochinteressanter, harmonischer Besuch. Bei den Gesprächen waren sich alle Beteiligten einig, dass Integration nur dann gelingen kann, wenn die eigenen Wurzeln bewahrt bleiben und die Gemeinsamkeiten gestärkt werden.





