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Dagmar G. Wöhrl

Bundestagsabgeordnete, Nürnberg Nord. Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
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Bayerisches Gründerfieber

geschrieben am 23. Juli 2009

Bayern ist das Hightech-Gründerland Nummer 1 in Deutschland. Laut dem Forschungs-Institut ZEW gingen hier die meisten Technologiefirmen an den Start. Das zeigt mir, dass wir in Bayern vieles richtig gemacht haben. Und es bestätigt mich in meinem Kurs, die Technologieförderung weiter voranzutreiben. Zum Beispiel haben wir in dieser Legislaturperiode den 270 Millionen Euro schweren Hightech-Gründerfond ins Leben gerufen. Fast ein Viertel aller Investitionszusagen entfallen hier auf den Freistaat.

Dennoch gibt es weiter viel zu tun. Auch die Hochtechnologiebranche kann sich der Wirtschaftskrise nicht entziehen. Banken und Wagniskapitalgeber halten sich zurück und sinkende Erträge infolge der Wirtschaftsflaute verhindern Investitionen aus eigener Tasche. Wenn wir nicht den Anschluss an die Weltspitze verlieren wollen, müssen wir weiter Gas geben. Meine Vision: Deutschland muss in der kommenden Legislaturperiode wieder zu einer der attraktivsten Regionen für Business Angels und Chancenkapital in Europa werden – insbesondere durch steuerliche Anreize für privates Investment in unsere Zukunftsmärkte. Dafür werde ich mich weiter engagieren.

Rede anlässlich Wirtschaftsgespräch mit der Evidanza GmbH am 15. Januar 2009 in Nürnberg

geschrieben am 15. Januar 2009

Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist das dominierende Thema unserer Tage. Gerade einmal drei Tage ist es her, dass die Bundesregierung ein Paket geschnürt hat, das in ihren Ausmaßen historische Dimensionen besitzt. Im zweiten Konjunkturpaket hat die Bundesregierung 50 Mrd. Euro zusätzlich an Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger sowie an volkswirtschaftlich sinnvollen Investitionen in Bildung und Infrastruktur mobilisiert. Ich denke, damit haben wir einen wichtigen Beitrag geleistet, die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland und Europa zu stabilisieren und wichtige Impulse für die deutsche Wirtschaft gesetzt.

Die Rezession macht auch vor den High-Tech Start-Ups nicht halt. High-Tech Start-Ups stehen in den ersten Monaten, ersten Jahren ihrer Existenz auf wackeligen Beinen.  In dieser Zeit heißt es ein überzeugendes Produkt auf den Markt bringen und sich einen Kundenstamm aufzubauen. In dieser Zeit sind daher erste Kundenaufträge der Schlüssel zum Erfolg. Und gerade hier werden High-Tech Gründer die Rezession mit voller Wucht zu spüren bekommen. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten halten sich die Kunden sehr viel mehr mit Aufträgen zurück. Aber andererseits werden viele Unternehmen aus der Wirtschaft mehr als in der jüngsten Vergangenheit auf die Kostenbremse treten. Und das ist die Chance der High-Tech Start-Ups, die mit neuen Produkten und Verfahren ihren Kunden Vorteile – gerade auch beim Preis – verschaffen können. Von Seiten unseres High-Tech Gründerfonds bekommen wir zu hören, dass die 134 Portfoliounternehmen bislang noch weitestgehend von der wirtschaftlichen Krise verschont geblieben sind. Aber wir erwarten, dass das eine oder andere Unternehmen im Laufe dieses Jahres durchaus vor Schwierigkeiten stehen wird.

Aber auch bei der Finanzierung der High-Tech Start-Ups wird die wirtschaftliche Lage ihre Spuren hinterlassen. Es ist bekannt: Das Fehlen materieller Sicherheiten, die hohen Unsicherheiten bei Technologie, Marktentwicklungen und beim Management und die oft langen Anlaufzeiten ohne Gewinne führen dazu, dass High-Tech Gründer praktisch keine Kredite bekommen können. Nicht umsonst etwa ist bei mehr als der Hälfte der High-Tech Start-Ups (56%) die Finanzierung das Innovationshemmnis Nummer 1. [Bei etablierten High-Tech Unternehmen sind dagegen nur ein Viertel betroffen (24%).] Daher sind diese Unternehmen in besonderem Maße auf alternative Finanzierungswege angewiesen.

Rede im PDF Format zum Download

Evidanza GmbH

Moderne Instrumente der Mittelstandsförderung

geschrieben am 1. März 2008

Förderung des innovativen Mittelstands als Steuerungsaufgabe” von Dagmar Wöhrl

Mittelständische Unternehmen sind selten auf den Titelseiten von Zeitungen zu finden. Wahrscheinlich deswegen, weil es medienwirksamer ist, Arbeitsplätze abzubauen als neue zu schaffen. Doch wenn ich eine Schlagzeile auf der ersten Seite zu vergeben hätte, würde sie lauten: Jobmotor Mittelstand. Denn in unseren kleinen und mittleren Unternehmen sind rund 70 % aller Beschäftigten tätig. Und 2006 hat der Mittelstand allein ca. 350.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. Dieser Erfolg beruht in erster Linie auf unternehmerischem Handeln und auf leistungsbereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Er beruht aber auch auf modernen Steuerungsinstrumenten, mit denen insbesondere das BMWi den Mittelstand fördert. Moderne Steuerungsinstrumente funktionieren mittels ökonomischer Anreize und Informationen. Zudem setzen sie den strukturellen Rahmen, innerhalb dem gehandelt wird. Beispielhaft für diesen Ansatz ist die Förderung des innovativen Mittelstandes im High-Tech-Bereich, für den ich als Technologiebeauftragte im BMWi zuständig bin.

Die ökonomischen Anreize setzen wir zum Beispiel mit der Erhöhung der Mittelausstattung für unsere mittelstandsorientierte technologieoffene Förderprogramme. Hierfür steigen die Mittel jährlich um 10 %, während die gesamten FuE-Ausgaben des Bundes nur mit rund 6% p. a. wachsen. Das BMWi vergibt dabei unter anderem Zuschüsse an kleine und mittlere Unternehmen, wenn sie zusammen mit anderen Unternehmen oder Forschungseinrichtungen neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchführen.

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