Tag des Ausbildungsplatzes
Neben all den Krisenmeldungen der letzten Monate war der gestrige “Tag des Ausbildungsplatzes” eine willkommene Abwechslung.
Denn laut Bundesagentur für Arbeit ging die Zahl der Ausbildungsplätze in diesem Jahr bisher nur leicht zurück. Im Mittelfränkischen Handwerk liegt der Rückgang sogar noch unter dem bundesweitem Durchschnitt. Ein Zeichen, das Mut macht und zeigt, dass es auch in diesen Zeiten Unternehmen gibt, die nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern trotz Krise vorausschauend in die Zukunft investieren und junge Menschen ausbilden – so wie das Backhaus Walzel oder der Trinklein Werkzeugbau.
Gemeinsam mit Vertretern der Handwerkskammer Mittelfranken habe ich die beiden Nürnberger Unternehmen besucht und war begeistert, wie viel Engagement dort in die Ausbildung fließt. Schön, wie optimistisch und lebensbejahend die Einstellung der Auszubildenden ist! Hier denkt man in die Zukunft. Denn nur wenn wir jetzt ausbilden, können wir ohne Fachkräftemangel vom nächsten Aufschwung profitieren!
Jetzt erst recht ausbilden!
Eine Umfrage des DIHK hat ergeben, dass in diesem Jahr rund sechs Prozent weniger Lehrstellen zur Verfügung stehen werden – ganz klar eine Folge der Wirtschaftskrise. Die meisten Jugendlichen müssen allerdings nicht befürchten, keine Lehrstelle zu ergattern. Demografiebedingt sinkt nämlich die Zahl der Bewerber ebenfalls um fünf Prozent.
Doch wir dürfen deshalb noch lange keinen Haken an dieses Problem setzen! Denn wir bewegen uns mit Riesenschritten auf die Demografiefalle zu. Schon in zehn Jahren werden den Unternehmen 250.000 Bewerber (!) fehlen. Die Folge: ein dramatischer Fachkräftemangel, der unseren Wirtschaftsstandort Deutschland ernsthaft bedrohen wird. Ich appelliere deshalb an die Unternehmen, schon jetzt über Bedarf auszubilden.
Klar ist auch: Wir müssen es schaffen, dass mehr Jugendliche mit richtigem Abschluss die Schule verlassen und so eine gute Chance auf einen Ausbildungsplatz haben. Das Problem Fachkräftemangel lässt sich aber nur dann lösen, wenn alle mithelfen: Schulen, Betriebe, aber auch die Schulabgänger, die ebenfalls neue Wege gehen und sich für ihren Traumjob entsprechend weiterbilden müssen. Angebote hierfür gibt es genug, gerade in Nürnberg. Nutzt sie – wir brauchen euch!




