Dagmar Woehrl und Bill Gates 2010 Dagmar Woehrl und der 1. FC Nürnberg 2010 Dagmar Woehrl und Dalai Lama 2010 Dagmar Woehrl und Angela Merkel 2011 Dagmar Woehrl froehliche alte Damen Dagmar Woehrl am Bürgertelefon Dagmar Wöhrl Babyfoto Dagmar Woehrl mit ihren Hunden 2009 Dagmar Woehrl Emanuel Stiftung Dagmar Woehrl Jugendarbeit Dagmar Woehrl Wirtschaftsministerium 2009 Dagmar Woehrl Maritime Koordinatorin der Bundesregierung 2009

Dagmar G. Wöhrl

Bundestagsabgeordnete, Nürnberg Nord. Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
RSS Feed abonnieren

Aktuellstes Video

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Gallery

April 2009 Nürnberg

C-Netz. Verein für Netzpolitik

Dialog über Deutschlands Zukunft

Weltwärts. Der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit

www.anerkennung-in-deutschland.de

1. FC Nürnberg

Dagmar G. Wöhrl Werbekampagne Plakat für den 1. FC Nürnberg

Artikel Archiv

Fachtagung „Afrika vor neuen Herausforderungen: Bevölkerungsentwicklung und Armutstrends“, 13. September 2010, in der LV Niedersachsen

geschrieben am 14. September 2010

Grußwort (zur Eröffnung) von Dagmar Wöhrl, MdB, Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

10.00 Uhr Grußwort Sibylle Pfeiffer, MdB,
Vorsitzende des Beirats für Weltbevölkerung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und Mitglied der Parlamentarischen Beirats für Bevölkerung und Entwicklung der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung

10.10 Uhr Eröffnungsrede / Grußwort Dagmar Wöhrl, MdB,
Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

BEGRÜSSUNG
Sehr geehrte Damen und Herren, Exzellenzen, liebe Kolleginnen und Kollegen der Entwicklungspolitik, liebe Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, liebe Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, liebe Frau Pfeiffer,

ich freue mich sehr, Sie zu dieser wichtigen Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Ich bin froh, dass sich die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen  und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung mit den Herausforderungen von Bevölkerungswachstum und Armutstrends in Afrika beschäftigt.  Bei den Veranstaltern Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen  und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (ggf. pers. ansprechen) möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich für Ihr Engagement und Ihren Weitblick bedanken. Weiterlesen

Interview: Da geht es um alles

geschrieben am 2. September 2010

Die Vorsitzende des Entwicklungsausschusses sieht eine Milliarde Menschen durch die Wüstenausbreitung bedroht

Frau Wöhrl, in Deutschland gibt es keine Wüsten, vielmehr überall fruchtbares Land. Warum sind Wüsten überhaupt ein Thema für uns?

Die massive Ausbreitung der Wüsten weltweit ist eines der größten Umweltprobleme, die wir derzeit haben. Man muss sich die Zahlen nur einmal ansehen: 40 Prozent der Trockengebiete sind schon jetzt von Desertifikation betroffen. Das heißt, die Wüsten breiten sich sehr, sehr schnell aus. Das hat unmittelbare Folgen für jene, die in den betroffenen Regionen leben – und das sind mehr als eine Milliarde Menschen. Ihre Nöte gehen auch uns etwas an.

Was sind das für Probleme?

Da geht es ums Überleben. Wenn die Wüste sich ausbreitet, erodieren die Böden, die Landwirtschaft bricht zusammen. Es fehlen Lebensmittel, und die Menschen hungern. Außerdem mangelt es in diesen Regionen an Wasser, die hygienischen Bedingungen sind entsprechend schlecht, Krankheiten breiten sich aus. Aber auch Bildung ist ein großes Thema.

Das müssen Sie erklären. Was hat die Ausbreitung von Wüsten mit Bildungsproblemen zu tun?

Vor allem Frauen und Kinder müssen heute oft ewig weit laufen, um Wasser zu finden und in ihre Dörfer zu tragen. Wenn Kinder den ganzen Tag nur damit beschäftigt sind, Wasser zu holen, haben sie keine Zeit mehr, in die Schule zu gehen. Das sind alles Dinge, an die viele überhaupt nicht denken, wenn sie über das Thema sprechen.

Angesichts Ihrer Schilderungen verwundert es, dass die Wüstenausbreitung in der Entwicklungspolitik keine besondere Rolle spielt. Dabei leiden ausgerechnet die 50 am wenigsten entwickelten Länder enorm unter ihren Folgen.

Intern wird schon sehr viel gemacht. 1996 haben die Vereinten Nationen die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung verabschiedet. Um sie zu erfüllen, hat Deutschland allein für 679 bilaterale Projekte und Maßnahmen gegen Desertifikation, die im Jahr 2005 liefen, 1,83 Milliarden Euro bereitgestellt. Realisiert werden sie unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ). Auch viele Nichtregierungsorganisationen leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Haben die Investitionen denn schon Erfolge gebracht? Immerhin ist die UN-Konvention 14 Jahre alt, die Wüsten scheinen sich unvermindert auszubreiten.

Es gibt viele kleine Fortschritte. So hat man in vielen Ländern verstanden, dass es wichtig ist, die weitere Erosion des Bodens aufzuhalten. Sie versuchen zu verhindern, dass dem Boden weiter Wasser entzogen wird und bauen Pflanzen an, die weniger Wasser brauchen. Nigeria zum Beispiel hat in den vergangenen 30 Jahren mehr als fünf Millionen Hektar Bäume gepflanzt.

Eine beachtliche Zahl…

Ja, das alles hängt eng mit der ländlichen Entwicklung zusammen. Sie ist auch ein Schwerpunkt unserer Ausschussarbeit in dieser Legislaturperiode. Leider wurde dieser Bereich der Entwicklungspolitik in den vergangenen Jahren finanziell stark zurückgefahren. Das war ein Schritt in die falsche Richtung, den wir korrigieren wollen. Schließlich wird fruchtbarer Boden für die Landwirtschaft bald rar – und die Weltbevölkerung wächst.

Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Nahrungsmittelproduktion bis zum Jahr 2030 deshalb verdoppeln muss.

Ja, aber was passiert? Es stehen immer weniger Flächen zum Nahrungsmittelanbau zur Verfügung, etwa weil auf ihnen Biokraftstoffe angebaut werden. Außerdem haben sich die Ernährungsgewohnheiten in den Schwellenländern stark verändert. Regelmäßiger Fleischkonsum ist dort inzwischen selbstverständlich. Das Getreide wird nun nicht mehr verwendet, um Brot zu backen, sondern um das Vieh damit zu füttern.

Wenn die Lebensgrundlage von so vielen Menschen bedroht ist, muss man dann nicht auch zunehmend Spannungen und Konflikte in diesen Regionen befürchten?

Ja, das ist ein Dominoeffekt. Erst kommen Wassermangel und Armut, dann beginnt der Kampf um das Wasser. Es wird zunehmend Konflikte geben. In der Folge werden immer mehr Menschen in die Städte fliehen. So entstehen zunehmend Megacities, riesige Städte, die so viele Menschen oft schon jetzt nicht mehr aufnehmen können. Die nigerianische Stadt Lagos mit ihren fast 10 Millionen Einwohnern ist dafür ein gutes Beispiel. Die Lebensbedingungen dort sind so schlecht, dass viele Flüchtlinge nicht lange bleiben. Sie werden schnell vor unserer Haustür stehen.

Sie fürchten eine wachsende Migration nach Europa?

Ja. Wir haben ein persönliches Interesse daran, diese Flüchtlingsbewegungen zu verhindern und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort so zu verbessern, damit sie keinen Grund mehr haben, ihre Heimat zu verlassen.

Haben die Industrieländer nicht aber auch eine Verantwortung für diese Menschen? Schließlich trifft der Klimawandel die Ökosysteme und Bewohner in Wüstenstaaten und Entwicklungsländern besonders hart, obwohl sie ihn gar nicht verursacht haben.

Sicher haben die Industrieländer hier eine Verantwortung und es ist wichtig, dass wir dafür Lösungen finden. Der Klimagipfel von Kopenhagen im Dezember war diesbezüglich ja nicht gerade ein Ruhmesblatt der Staatengemeinschaft. Wir können nur hoffen, dass auf dem nächsten Klimagipfel in Cancún mehr herauskommt. Daran haben wir ein großes Interesse. Der Klimawandel hört ja nicht vor Landesgrenzen auf.

Jetzt haben wir immer nur über die Schattenseiten von Wüsten gesprochen. Dabei bergen sie auch riesige Potenziale, wenn man nur einmal an die Sonne denkt, die dort den ganzen Tag scheint. Liegt in der Energieversorgung aus der Wüste unsere Zukunft?

Das Desertec-Projekt zum Beispiel will ja Solarstrom in den Wüsten Afrikas produzieren und nach Europa leiten. Es soll aber auch zur Stromversorgung Afrikas mit beitragen. Das ist eine prima Sache, aber es gibt auch noch viele Fragezeichen.

Sie meinen, den Transport des Stroms?

Sie brauchen Netze und Leitungen, um den Strom nach Europa zu befördern. Dafür sind internationale oder bilaterale Abkommen notwendig, die noch ausgehandelt werden müssen. Es ist wichtig, da am Ball zu bleiben und Hindernisse auszuräumen.

Ob Desertec oder andere Solarprojekte: Werden die Potenziale der Wüsten Ihrer Meinung nach ausreichend genutzt?

Ich glaube, dass die Potenziale der Wüsten hinsichtlich der Energieversorgung erheblich größer sind und bisher viel zu wenig genutzt werden. Wir werden sie aber nutzen müssen und Deutschland kann dabei eine Vorreiterrolle übernehmen.

Als großer Exporteur, gerade von Fotovoltaikanlagen, wäre das für Deutschland auch ein lukratives Geschäft.

Keine Frage, Deutschland profitiert auch in dieser Hinsicht stark vom Ausbau der Solarenergie in Wüsten. Diese Investitionen sind für uns Win-Win-Situationen.

Ländliche Entwicklung, Energieprojekte, Kampf gegen Wüstenausbreitung – Ihrem Ausschuss geht die Arbeit wohl auch in den kommenden Jahren nicht aus.

Nein, bestimmt nicht, aber mir ist dabei vor allem eines wichtig: Die Entwicklungspolitik muss effizienter werden. Es ist keine Frage des Geldes, sondern der Prioritätensetzung. Wir können nur Anreize geben, Entwicklungen unterstützen. Aber letztlich müssen die Menschen in Entwicklungsländern sich selber helfen.


Interview DAGMAR WÖHRL
»Da geht es um alles« von Johanna Metz.

www.das-parlament.de

Interview: Afrika ist bunt, vielseitig, widersprüchlich und voller Kontraste

geschrieben am 2. September 2010

Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl unterstützt nicht nur als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Kontinent Afrika. Mit der Emanuel Stiftung hilft sie Kindern auf der ganzen Welt.

Dagmar Wöhrl (CDU/CSU) ist in der laufenden 17. Wahlperiode Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Im mitmischen.de-Interview sprach sie über die Auswirkungen der Fußball-WM auf Afrika, den Sinn der Entwicklungshilfe, die gesundheitlichen Probleme auf dem Kontinent und ihre persönlichen Eindrücke von Afrika.

2010.09.02-DW-Interview-Mitmischen

mitmischen.de: Die Fußball-WM ist vorbei und die Ü-Wagen sind wieder weg. Im Vorfeld sprachen viele Menschen davon, dass dieses große Ereignis eine Chance für Südafrika sei, wenn nicht sogar für den gesamten Kontinent Afrika. Hat sich das bewahrheitet?

Dagmar Wöhrl (CDU/CSU): Vor der WM habe ich die Frage nach den Chancen der FIFA-Fußballweltmeisterschaft für den Kontinent Afrika mit Vertreter und Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) diskutiert. Ich war selber überrascht: Die NGOs knüpften keine allzu großen Erwartungen für den afrikanischen Kontinent an die Fußballweltmeisterschaft.

Die Menschen in den kleinen Dörfern irgendwo in Burundi oder im Niger haben wenig von der WM mitbekommen. Die Konflikte im Sudan, in Somalia und zwischen Äthiopien und Eritrea konnten durch die Weltmeisterschaft nicht beendet werden. Und doch: Diese Weltmeisterschaft hat den Fokus der weltweiten Öffentlichkeit auf einen vergessenen Kontinent gesetzt. Zudem sollte und hat die Weltmeisterschaft Vorurteile abgebaut, wie dies vor vier Jahren auch in Deutschland geglückt ist. Natürlich war die Weltmeisterschaft kein Wundermittel, aber sie hat die Afrikaner untereinander und die Afrikaner mit dem Rest der Welt verbunden.

Als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben Sie sich nicht nur zur Fußball-WM mit Afrika befasst. Welche Afrika-Themen behandelt der Ausschuss aktuell?

Wir befassen uns in unserer Arbeit täglich mit Afrika – sei es direkt oder indirekt. Meistens geht es um die Probleme einzelner Staaten Afrikas. Oft aber auch um grenzüberschreitende Themen, wie die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, Landraub oder Ressourcenknappheit. Der Kontinent wird von außen als einheitlicher Block betrachtet, was ihm aber keinesfalls gerecht wird. Er ist bunt, vielseitig, widersprüchlich und voller Kontraste.

Im Bereich der Entwicklungspolitik haben wir derzeit mit vielen Krisen parallel zu kämpfen: Wir haben eine Wirtschaftskrise, eine Finanzkrise, eine Welternährungskrise, eine Energie- und Rohstoffkrise, die “Krise” des Weltklimas und einer wachsenden Zahl unvorhersehbarer Naturkatastrophen. Sie sehen, die Liste ist lang. Davon dürfen wir uns aber nicht entmutigen lassen, sondern wir müssen die Probleme klug angehen. Persönlich werde ich mich besonders für die Verbesserung der Bedingungen eines fairen Welthandels einsetzen.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen gehen den Entwicklungsländern derzeit jährlich rund 700 Milliarden US-Dollar aufgrund unfairer Handelsbedingungen verloren – das Sechsfache der gesamten Entwicklungsmittel. Diese Mittel können die Geberstaaten nicht ausschließlich aus ihren Staatshaushalten hervorbringen. Wir müssen die internationalen Rahmenbedingungen so strukturieren, dass beispielsweise Handelsbarrieren und handelsverzerrende Maßnahmen (Stichwort “Agrarexportsubventionen”) abgebaut werden.

Bis Mitte September ist das Parlament noch in Sommerpause, während der die Abgeordneten aber auch im Hintergrund an den verschiedenen Themen arbeiten. Ab dem 11. September kommen wir dann wieder in Berlin zusammen. Gleich in der ersten Woche verhandelt das Parlament über den Bundeshaushalt 2011 und darüber, wie hoch der Anteil für Entwicklungszusammenarbeit sein wird.

Wie sieht es aus mit Ihren persönlichen Eindrücken von Reisen nach Afrika oder auch in andere Entwicklungsländer – mit welchen Eindrücken kommen Sie nach Deutschland zurück?

Ja, sehr! Mich führen schon seit vielen Jahren regelmäßig Reisen in die verschiedenen Teile Afrikas. Meine Arbeit für unsere Stiftung, die “Emanuel Stiftung“ – benannt nach unserem verstorbenen Sohn –, hat mich schon lange bevor ich Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) geworden bin, häufig nach Afrika geführt. Mit der Stiftung konnten wir wunderbarerweise bereits viele Kinder in Not unterstützen und einige Kinderheime und Schulen aufbauen.

Bei meinen Reisen nach Afrika bewegt mich immer besonders die Ungleichheit und oft schreiende Ungerechtigkeit der Lebensbedingungen der Menschen. Die herrschenden Klassen sind nicht selten durch Korruption, Vetternwirtschaft und rechenschaftsloses Vorgehen zu Status und Geld gekommen. Sie kommen leider allzu oft ihren Pflichten, beispielsweise als Politiker, nicht nach, verantwortungsvoll und menschenwürdig zu regieren und damit die Lebensbedingungen der eigenen Bevölkerung zu verbessern.

Vielen Staaten in Afrika mangelt es per se nicht am Geld, sondern an einer guten Regierungsführung. Trotzdem, oder gerade deshalb, sind die Offenheit, die Herzlichkeit und die Neugierde der Menschen auf den Straßen, in den Dörfern für Besucher aus Deutschland geradezu umwerfend. Sie und die vielen Probleme, die wir als Fachpolitiker bei unseren Reisen durch den Kontinent erkennen, spornen uns an, uns für eine gute und effektive Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen.

Stichwort Entwicklungshilfe: Viele sagen, es wird nicht genug getan – andere kritisieren die Entwicklungshilfe, weil sie abhängig macht und eigene Initiativen hemmt. Was ist Ihre Meinung?

In der Entwicklungszusammenarbeit mangelt es nicht in erster Linie an Mitteln: Die Mitglieder der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zu denen auch Deutschland gehört, geben jährlich mehr als 100 Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit aus. Die internationalen Zusagen für Entwicklungshilfe sind damit jedoch bei Weitem noch nicht erfüllt. Die EU-Staaten haben 2006 in einem Stufenplan die schrittweise Steigerung ihrer Offiziellen Entwicklungshilfe (ODA) bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) eines jeden Mitgliedsstaates geeinigt. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit bedeutet aber auch, dass die Partnerländer ihrer Verantwortung gegenüber ihren Bürger und Bürgerinnen nachkommen. Dazu gehören solide staatliche Strukturen, Gesundheits- und Bildungssysteme, funktionierende Wirtschaften und verantwortungsvolles Handeln der Machthaber. Diese komplexen und langjährigen Entwicklungen unterstützen wir im Rahmen unserer Politik auf internationaler Ebene wie auch mit unserem Handeln in Deutschland. Letztlich sind hier aber die Entwicklungsländer selbst gefragt, ihre Hausaufgaben zu machen. Mit unseren entwicklungspolitischen Programmen und Projekten können wir nur Anstöße leisten; die eigentliche Entwicklung müssen die Partnerländer jedoch schon selbst leisten.

Sie sind unter anderem stellvertretendes Mitglied im Unterausschuss “Gesundheit in Entwicklungsländern”. Wie beurteilen Sie die gesundheitliche Zukunft Afrikas? Welche Chancen hat der Staat und welche Probleme sind aktuell zu bewältigen?

Am schlimmsten wüten HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria, an denen täglich fast 11.500 Menschen sterben. Fast zwei Drittel dieser Menschen leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Die Mittel, mit denen sich HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria verhindern ließen, kosten nicht viel, sind wirksam und retten schon jetzt jedes Jahr das Leben von Millionen Menschen. 100 Euro im Jahr kostet eine Behandlung für einen Menschen, der mit HIV/Aids lebt (vor zehn Jahren waren es noch 7.000 Euro). Dank der erfolgreichen Bemühungen, die Preise für Medikamente zu senken, und der Einrichtung von Programmen wie dem Globalen Fonds und dem US-amerikanischen Hilfsprogramm PEPFAR (US-President’s Emergency Plan for Aids Relief) kommt die HIV-Diagnose in den ärmsten Ländern der Welt heute nicht mehr einem Todesurteil gleich.

Etwa drei Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner erhalten derzeit lebensrettende HIV/Aids-Behandlungen. 2002 waren es lediglich 50.000. Der Zugang zur Behandlung von Tuberkulose hat sich ebenfalls stark verbessert: Zwischen 1995 und 2008 wurden 36 Millionen Tuberkulose-Kranke behandelt. Der Schutz vor Malaria mit Hilfe von Moskitonetzen kostet gerade einmal sieben Euro – einschließlich Verteilung und Einweisung der Nutzer in ihre Verwendung.

Interview // Dagmar Wöhrl (CDU/CSU)
Mitmischen. Das Jugenportal des Parlaments

Dagmar Wöhrl macht Überflüssiges flüssig

geschrieben am 14. Juli 2010

Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl war zu Besuch im Nürnberger Oxfam Shop.

Dort verkaufen Ehrenamtliche seit mittlerweile gut zwei Jahren Secondhand-Ware, um Not- und Entwicklungsprojekte in Afrika und Asien zu unterstützen. Die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Deutschen Bundestag spendete einige ihrer Kleider aus der vergangenen Saison und eröffnete damit die diesjährige „Sommerkleiderwoche“ von Oxfam. Um sich ein Bild von der Arbeit der rund 60 ehrenamtlichen Mitarbeiter zu machen, half sie selbst an der Kasse und im Lager aus.

Wöhrl war von der Vielfalt der angebotenen Produkte – von spannenden Romanen über Sommermode für Damen und Herren bis hin zu Lebensmitteln aus fairem Handel – sehr beeindruckt und begrüßte die Philosophie von Oxfam: „Die Idee, „Überflüssiges flüssig zu machen“, um Hilfe in ärmeren Ländern zu leisten, finde ich sehr gut, weil jeder einzelne etwas dazu beitragen kann. Denn jeder hat in seinem Haushalt Gegenstände oder Kleidung, die er selbst nicht mehr benötigt, die andere aber gut gebrauchen können.

Der Leiter des Oxfam-Ladens, Jürgen Heußner, erklärte, dass bei dem Konzept alle Beteiligten profitieren: Die Spender, weil in ihren Schränken wieder Platz ist, die Kunden, weil sie gute Schnäppchen machen können und besonders die in Armut lebenden Kinder, Frauen und Männer weltweit, für die sich Oxfam mit seinen Hilfsprojekten einsetzt.

Auch die Umwelt werde dabei berücksichtigt, da die Waren nicht weggeworfen werden, sondern in einen neuen Verwertungskreislauf gelangen. Ladenhüter gibt es laut Heußner nicht: „Alles, was länger als drei Wochen in den Regalen liegt, wird an andere Institutionen, wie zum Beispiel an das Kolpinghaus gegeben. So ist gewährleistet, dass die Kunden immer „neue“ Gegenstände bei uns finden.“

Oxfam-Shops gibt es in Deutschland schon seit 1985. Die mittlerweile 35 Läden haben insgesamt über 2.000 ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter. Gemeinsam bilden sie den Verein Oxfam Deutschland, Mitglied von Oxfam International, der Dachorganisation, die mit über 3.000 lokalen Partnerorganisationen in 100 Ländern zusammenarbeitet. Dabei werden zahlreiche Entwicklungsprojekte unterstützt, wie etwa der Bau von Schulen und Wasserversorgungsanlagen in Afrika – Themen, die Dagmar Wöhrl und die Mitglieder ihres Bundestagsausschusses ebenfalls beschäftigen.

Die im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen vereinbarten sogenannten „Milleniums-Entwicklungsziele“, die unter anderem die Linderung extremer Armut, die Gewährleistung einer Grundschulbildung für alle Kinder und die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit beinhalten, können laut Wöhrl nur unter Mithilfe von Organisationen wie Oxfam erreicht werden: „Die Regierungen alleine können zu wenig ausrichten, wir brauchen die Mithilfe der Zivilgesellschaft. Nur gemeinsam können wir etwas bewegen.

Am Ende ihres Besuchs lobte Wöhrl den großen Einsatz der Oxfam- Mitarbeiter vor Ort und rief die Nürnberger zum Spenden von gebrauchten Gegenständen auf. Der Oxfam-Shop findet sich in der Dr.-Kurt- Schumacher Straße 16 (Ecke Färberstraße) in Nürnberg. Geöffnet ist er Montags bis Freitags von 10 bis 19 Uhr sowie Samstags von 10 bis 15 Uhr.

Pressemitteilung, 13. Juli 2010

Dagmar Wöhrl besucht Oxfam Shop. Dagmar Wöhrl - 13. Juli - Nürnberg Zum Vergrößern bitte Bild anklicken.

Afrika wird auch so eine schöne Zeit haben

geschrieben am 23. Juni 2010

2010.06.23-Woehrl-im-WM-FieberManche nennen es Immunreaktionen, andere Eskapiasmus. Der Fußball taugt da immer gut. Dass sich hier auch die zwischen Krise und Bedeutungslosigkeit taumelnde Politik gerne aufhält, ist kein Wunder. Es gibt aber auch dort Leute, die den Fußball mit ihren Aufgabengebieten verbinden können. Zum Beispiel die Nürnberger CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl. Sie ist Vorsitzende der Entwicklungsausschusses im Bundestag und hat daher immer wieder auch mit Afrika zu tun.

Hier ein Auszug aus einem Interview des Nürnberger Zeitung Weblogs mit Dagmar Wöhrl, in dem es aber nicht bloß um Afrika, sondern auch um Günter Netzer, Horst Köhler und Twitter geht.

Welche Chancen bringt die Fußball-WM für den Kontinent Afrika?
Diese Frage habe ich in der vergangenen Woche mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen diskutiert. Ich war selber überrascht: Sie knüpfen keine allzu großen Erwartungen für den afrikanischen Kontinent an die Fußballweltmeisterschaft. Die Menschen in den kleinen Dörfern irgendwo in Burundi oder im Niger werden wenig von der WM mitbekommen. Die Konflikte im Sudan, in Somalia und zwischen Äthiopien und Eritrea werden durch die Weltmeisterschaft nicht enden. Und doch: diese Weltmeisterschaft setzt den Fokus der weltweiten Öffentlichkeit auf einen vergessenen Kontinent. Zudem soll die Weltmeisterschaft Vorurteile abbauen, wie dies vor vier Jahren in Deutschland geglückt ist. Die Weltmeisterschaft wird jedoch kein Wundermittel sein; aber sie verbindet.

…und speziell für Südafrika?
Für Südafrika konkret bietet die Fußballweltmeisterschaft zahlreiche Chancen. Kurzfristig sind rund um die Weltmeisterschaft viele Arbeitsplätze entstanden: durch den Bau von Stadien, Unterkünften und Infrastruktur, genauso wie in den Branchen Tourismus, Gastgewerbe, Sicherheit, Unterhaltung und Werbung.
Als friedliches, gastfreundliches und politisch wie wirtschaftlich stabiles Land kann Südafrika Investoren und Touristen anziehen. Das Land erzeugt rund ein Viertel der gesamten wirtschaftlichen Leistung Afrikas. Südafrika ist aus deutscher Sicht der wichtigste Wirtschaftspartner in Afrika. 600 deutsche Unternehmen sind in dort aktiv, mit insgesamt 90.000 Arbeitsplätzen.

Lesen Sie das komplette Interview hier.

Neuer Bundespräsident muss Afrika-Schwerpunkt seines Vorgängers mit aller Kraft fortsetzen!

geschrieben am 10. Juni 2010

Die Fußball Weltmeisterschaft in Südafrika rückt den ganzen Kontinent in die Weltöffentlichkeit. Das ist für Afrika eine riesige Chance, für die Kultur, die Wirtschaft und die Menschen des Landes zu werben“. Von dem zukünftigen Bundespräsidenten wünscht sich Wöhrl, dass er den Afrika-Schwerpunkt seines Vorgängers mit gleicher Kraft fortsetzt: „Der neue Bundespräsident darf nicht nachlassen – genauso wie sein Vorgänger – Afrika ganz oben auf die Agenda zu setzen“.

Die Bundesregierung hat angekündigt, bis zum Sommer ein Afrika-Konzept zu erarbeiten. Frau Wöhrl fordert die Bundesregierung auf, beim Erarbeiten dieses Konzeptes die Bedenken der NGO’s (Nicht-Regierungsorganisationen) ernst zu nehmen. „Afrika ist der Kontinent mit den ärmsten Menschen in der Welt und der Solidaritätsgedanke muss im Konzept fest verankert sein“, sagte Wöhrl heute in Berlin. „Ebenso müssen im Gesamtkonzept klare Botschaften und Aussagen zu den Kernthemen wie Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und Klimaschutz verankert werden“, so Wöhrl weiter.

Einen Paradigmenwechsel forderte Wöhrl bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Afrika. „Allein Südafrika ist aus deutscher Sicht mit Abstand wichtigster Wirtschaftspartner in Afrika. Über 600 deutsche Unternehmen sind in Südafrika aktiv, das umfasst mehr als 90.000 Arbeitsplätze. Diese Unternehmen gilt es sowohl bei Problemen als auch generell bei ihren Handelsbeziehungen zu unterstützen“, so Wöhrl.

Die Ausschutzvorsitzende kündigte an, in den nächsten Wochen Wirtschaftunternehmen, die in Entwicklungsländern arbeiten, zu einem „Runden Tisch“ einzuladen.

Pressemitteilung, 10. Juni 2010

Bundestagsabgeordnete aus der Region diskutieren über Afrika

geschrieben am 18. Mai 2010

Zum Abschluss der diesjährigen Afrika-Tage in Nürnberg diskutierten die CSU-Abgeordneten Dagmar Wöhrl und Michael Frieser mit ihren Bundestags-Kollegen Marina Schuster (FDP) und Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen) über das Thema „Ernährungssicherheit in Afrika“.

Ebenfalls zu Gast auf dem Podium war der Autor Wilfried Bommert, der die Diskussion mit zentralen Aussagen aus seinem Buch „Kein Brot für die Welt“ eröffnete: Von den derzeit 39 ärmsten Ländern der Welt befinden sich 30 auf dem afrikanischen Kontinent. Hunger und Armut werden sich durch die wachsende Weltbevölkerung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer mehr verschärfen. Die steigende Nachfrage nach Ressourcen kann durch die Ernten nicht mehr gedeckt werden. Die Ursachen für die Probleme in Afrika sind vielfältig – darüber waren sich die Podiumsteilnehmer einig. Nicht nur der Klimawandel, auch Kriege und Korruption, etwa im rohstoffreichen Land Kongo, verschlechtern die Lage der Menschen dort zusehends.

Wenn ich eine Bilanz nach 50 Jahren deutscher Entwicklungshilfe ziehe“, so Dagmar Wöhrl, Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag, „dann wird vor allem Eines klar: Es liegt nicht am Geld allein, sondern es kommt darauf an, wie es eingesetzt wird. Die Politik muss stärker auf Hilfe durch Selbsthilfe ausgerichtet werden. Oberstes Ziel muss es sein, den afrikanischen Staaten zu helfen, Ernährungssouveräniät zu erlangen. Es gilt, die bäuerliche Landwirtschaft zu stärken, unter anderem durch eine Unterstützung bei Bodenreformen und Wasserbewirtschaftung“. Die bisher mangelnde Koordinierung der einzelnen Entwicklungsprojekte werde derzeit verbessert. Dafür sei eine Reform der Durchführungsorganisationen ein zentrales Projekt der christlich-liberalen Regierung. „Es ist wichtig, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein Gesicht hat und mit einer Stimme spricht!“, so Wöhrl.

Michael Frieser, Mitglied im Ausschuss des Bundestages für Menschenrechte, betonte, Entwicklungshilfe sei nicht nur die finanzielle Unterstützung ärmerer Länder, sondern liege im ureigensten Interesse von Staaten wie Deutschland: „Schon wegen der zunehmenden Migrationsströme aus Afrika betrifft Entwicklungspolitik uns alle. Es kann aber nicht das Ziel sein, eine virtuelle Mauer um Europa zu errichten. Wir müssen den Menschen auch Hoffnung geben“.

2010.05.17_Nuernberger_Afrikatage_Podiumsdiskussion Zum Vergrößern bitte Bild anklicken.

Meine Twitter Kurznachrichten

  •  
Folgen Sie mir auf Twitter