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Arabischer Frühling: Vorbild für die Region – Chance für Europa?

geschrieben am 12. September 2011

Unter diesem Motto möchte ich gerne mit Ihnen in den nächsten Tagen diskutieren. Ich befinde mich diese Woche auf einer politische Auslandsreise in Ägypten und Tunesien. Gerade die Wochen vor den Wahlen in beiden Ländern werden entscheidend für die Zukunft sein, die die Menschen in Nordafrika wählen werden.

Revolutionen verlaufen nicht linear.
Es geht also nicht stetig vorwärts oder bergauf.

Nachdem die ersten Wellen der Euphorie abgeebbt sind, folgen nicht täglich neue Glücksmomente. In einer solchen Durststrecke, einem solchen Plateau, bevor es wieder entscheidende und neue Impulse durch die Wahlen geben wird, befinden sich nach meiner Einschätzung momentan Ägypten und Tunesien.

Gerade in dieser Phase benötigen die Menschen in Nordafrika Freunde, die ihnen zur Seite stehen und soweit wie möglich unterstützen, die Orientierung, Hoffnung und den Mut nicht zu verlieren.

Hierbei gibt es zwischen den Ländern sowohl Parallelen, aber auch länderspezifische Unterschiede.
Gemein haben dabei alle betroffenen Staaten, dass sie einen Balanceakt zwischen den hohen Erwartungen und dem Druck eines Teils der Bevölkerung nach Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit einerseits und dem – von breiten Bevölkerungsschichten geteiltem – Interesse an Stabilität sowie dem Schutz der Interessen der Militärführung andererseits.

Dies kann schnell und zuweilen auch zu einem Drahtseilakt werden.
Wir wissen, Erfolge in Ägypten und Tunesien sind von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung in der gesamten Region. Dabei kommt es ganz besonders darauf an, jungen Menschen neue Perspektiven zu bieten, d.h. politische Teilhabe zu ermöglichen und natürlich auch neue Arbeitsplätze zu schaffen. Und es waren diese Defizite oder anders gesagt, die schiere Hoffnungslosigkeit in diesem Bereich, die Auslöser für die politischen Umbrüche waren.

Ich werde mich auf meiner Reise mit Vertretern der Übergangsregierungen, Entwicklungshelfern, Vertretern der Zivilgesellschaft, Bloggern und Experten treffen, um einen ungeschminkten Eindruck der Lage vor Ort zu bekommen.

Damit dies alles nicht abgehoben und fern der Heimat geschieht, würde ich mich freuen, wenn wir in einen Dialog treten könnten.
Stellen Sie mir fragen, diskutieren Sie untereinander und ich werde von meinen Erfahrungen vor Ort möglichst in Echtzeit berichten.

Also, lasst uns diskutieren, reden und eine Konversation über Ihre/Eure Gedanken und die meinen führen.
Ich habe das Gefühl, dass dies ein sehr interessanter Dialog werden wird.

Ihre Dagmar Wöhrl
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