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Dagmar G. Wöhrl

Bundestagsabgeordnete, Nürnberg Nord. Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
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Jobchancen schaffen – Bildungsabschlüsse anerkennen: Wöhrl fordert Anerkennungsgesetz

geschrieben am 6. September 2010

Die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Deutschen Bundestag, Dagmar Wöhrl MdB, ruft auf, in der neu entbrannten Integrationsdebatte nicht über die Person Sarrazin zu diskutieren, sondern endlich über Inhalte zu sprechen.

Deshalb fordert Dagmar Wöhrl die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse zu verbessern: „Wir brauchen endlich ein Anerkennungsgesetz. Damit schaffen wir nicht nur neue Perspektiven für viele Menschen, sondern wirken auch dem Fachkräftemangel in unserem Land entgegen. Bis zum Jahr 2020 fehlen beispielsweise rund 430.000 Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Vor allem Ingenieure sind knapp. Gleichzeitig leben rund 500.000 ausländische Akademikerinnen und Akademiker in unserem Land, die nicht angemessen arbeiten können, weil ihre Ausbildung nicht anerkannt wird. Hier liegt also noch viel Potenzial brach – wir müssen es endlich fördern.

Wöhrl ergänzt: „Die Bundesregierung hat bereits letztes Jahr Eckpunkte für eine gesetzliche Regelung verabschiedet. Aus dem Anerkennungsdschungel muss nun ein gepflegter Park werden. Ich setze mich in meiner politischen Arbeit für einen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren und eine verbesserte Beratung ein. Gerade Qualifizierungsmaßnahmen sind hier ein Schlüssel: Denn in einigen Fällen können gute Gründe vorliegen, warum bestimmte Abschlüsse nicht anerkannt werden. Dann geht es vor allem darum, Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten, damit Migranten an ihre Abschlüsse anknüpfen können.

Dagmar Wöhrl schildert ihre Erfahrungen: „Immer wieder kommen besorgte Menschen ausländischer Herkunft in meine Bürgersprechstunde. Sie sind zwar hochqualifiziert, finden aber hier in Deutschland keine Arbeit, weil ihre Abschlüsse nicht anerkannt werden. Das ärgert mich ungemein. Hier sind Menschen, die arbeiten wollen und dringend gebraucht werden. Aber stattdessen sind sie gezwungen, die Sozialkassen zu belasten. So hat jeder vierte Arbeitslosengeld-II-Bezieher ausländischer Herkunft in seiner Heimat einen Berufs- oder Hochschulabschluss erworben, der in Deutschland nicht anerkannt wird. Sie gelten damit als unqualifiziert und haben kaum Jobchancen. Dies gilt es dringend zu ändern.

Pressemitteilung, 06. September 2010

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