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Deutsch-namibischer Austausch. Besucher behandeln Entwicklungs- und koloniale Geschichtsfragen – Allgemein Zeitung Namibia, 27.05.2016

Die sechs Delegierten vom Bundestagsausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben sich aus der umfangreichen Palette deutsch-namibischer Zusammenarbeit über etliche Projekte im Bereich Landwirtschaft und der kommunalen Landreform informiert und dabei den Raum Rundu, Kavango, besucht.

Bei der Begegnung mit dem Sonderbeauftragten für den namibisch-deutschen Dialog über die deutsche Kolonialzeit, Dr. Zedekia Ngavirue, sowie mit dem Speaker der Nationalversammlung, Prof. Peter Katjavivi, haben sie über den Stand der historischen Diskussion gesprochen, der auf Regierungsebene zwischen Ngavirue und seinem deutschen Gegenpart, Ruprecht Polenz, geführt wird, wobei wiederholt auch Nachfahren des Kolonialkriegs eingebunden werden, der von den Parteien des Bundestags jetzt einvernehmlich „Genozid“ genannt wird. Die Abgeordneten haben im Rahmen ihres Besuchs Häuptlingsgräber in Okahandja besichtigt und sich in der Ortschaft mit folgenden ethnischen Chefs ausgetauscht: Ovaherero-Chef Vekuii Reinhard Rukoro, mit je einem Vertreter des Häuser Kambazembi und Nguvauva sowie mit dem Nama-Chef Fredericks.

Die Sprecherin der Abgeordneten, Dagmar Wöhrl (CDU/CSU), hat vor der Abreise der Gruppe den Medien einen Rückblick geboten, der von drei Mitgliedern noch ergänzt wurde. Sie erinnerte an den Gesamtwert der bisherigen Kooperation und Entwicklungshilfe in Höhe von 870 Mio. Euro (ca. 14 Milliarden N$) seit 1990 und betonte wie ihre Kollegen aus dem Bundestagsausschuss, dass die enge Zusammenarbeit Deutschlands mit Namibia trotz der jüngeren Einstufung als Land des mittleren Einkommens erhalten bleibe. Deutschland werde den Umfang der Kooperation nichgt zurückfahren. Die Abgeordneten Barchmann und Selle betonten, dass Namibia durch seine stabilen Verhältnisse unter allen Ländern des Kontinents für Deutschland einen besonderen Stellenwert einnehme. Der Wirtschaftsausschuss will sich mit Blick nach vorn besonders im Bereich der dualen Berufsbildung, der weiteren Entwicklung erneuerbarer Energiequellen, der Landwirtschaft, der Landreform und der Armutsbekämpfung engagieren.

Zum historischen Dialog zur Versöhnung gehen die Abgeordneten und Botschafter Christian Schlaga (Windhoek) davon aus, dass die beiden Regierungen bis Anfang 2017 einen breiten gemeinsamen Nenner finden, wobei der größte Teil der Bevölkerung einbezogen werden sollte.

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Allgemein Zeitung Namibia
27.05.2016
Von Eberhard Hofmann, Windhoek

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