Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

2011.12.01-Dagmar-G-Woehrl-Angela-Merkel-AWZSeit Jahren liegt mir insbesondere die Unterstützung für die Ärmsten der Armen sehr am Herzen. Deshalb habe ich mich nach vielen aktiven Jahren in der Wirtschaftspolitik ganz bewusst für den Vorsitz des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) des Deutschen Bundestags entschieden.

Der AwZ beschäftigt sich mit der Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele und deren Weiterentwicklung ab 2015, um langfristig Frieden, Sicherheit und Wohlstand zu schaffen sowie Armut und Krankheiten in der Welt zu bekämpfen. In Zeiten großer internationaler Vernetzung betreffen die Probleme in Entwicklungsländern – ob Verschuldung, Hunger, AIDS oder das rasante Bevölkerungswachstum –auch uns.

Mit der Entwicklungszusammenarbeit können wir enorm viel erreichen und es ist hierbei immer unser Ziel, durch „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit unseren weltweiten Partnern – egal auf welchem Erdteil – auf Augenhöhe zu kooperieren.

Mit 6,3 Milliarden Euro ist der Entwicklungsetat der zweitgrößte Investitionshaushalt der Bundesregierung. Wir haben seit 2009 die größte Strukturreform der deutschen Entwicklungspolitik umgesetzt und mit unserer Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH eine hocheffiziente Durchführungsorganisation für die Projekte in unseren 50 Kooperationsländern geschaffen.

Erstmals haben wir nun auch mit dem unabhängigen Evaluierungsinstitut (DEval) die Möglichkeit einer Überprüfung unserer Projekte auf ihre Wirksamkeit. Vergleicht man die Höhe der Gelder für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit, also die ODA-Quote, so sind wir nach den USA international der zweitgrößte Geber. Bilateral wie auch multilateral und mit dem Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) setzen wir Schwerpunkte in den Bereichen Menschenrechte, ländliche Entwicklung, Bildung, Demokratie, Wirtschaftskooperationen sowie Krisenprävention und Sicherheit.

Dagmar-Woehrl-Ausschuss-wirtschaftliche-Zusammenarbeit-und-EntwicklungDerzeit sind wir mitten in der Diskussion um die Post-2015-Entwicklungsagenda. Für mich ist hier besonders wichtig, dass wir diese neue Agenda gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und mit den Entwicklungs- und Schwellenländern partnerschaftlich und auf Augenhöhe erarbeiten: Hilfe zur Selbsthilfe. Wir können in den Entwicklungsländern immer nur Anreize schaffen, damit die Menschen ihre Potentiale selbst nutzen. Das Ziel muss es sein, dass wir uns in unseren Kooperationsländern überflüssig machen, denn eine bemutternde Haltung widerspricht dem Subsidiaritätsprinzip.  

Wichtige Bereiche für die zukünftige Entwicklungszusammenarbeit sind meines Erachtens unter anderem die Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese haben ein enormes Potential für die zukünftige Entwicklung ganzer Länder.

 Denn mit Handy, Internet und Co. können das Bankenwesen und auch das Gesundheitssystem vor Ort sehr viel effizienter gestaltet werden. Deshalb muss die Digitalisierung in der nächsten Legislaturperiode eine größere Rolle in Entwicklungs- und Außenpolitik einnehmen. Auch im Bereich der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, also an Dürren, Nahrungsmittelknappheit und Verteilungskämpfe einerseits und Überflutungen ganzer Landstriche andererseits sollte in Zukunft noch verstärkt investiert werden.

Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Dagmar-Woehrl-Ausschuss-wirtschaftliche-Entwicklung-und-Zusammenarbeit-AWZ-2013

Dagmar Wöhrl und Bill Gates im AWZ, Ausschuss für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Bundestag 2013.