Migranten bilden Migranten aus
Immer mehr junge Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Mittlerweile sind es 1,1 Millionen Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren. Die steigende Zahl der jungen Migranten ist Chance und zugleich große Herausforderung. Denn noch ist ihre Ausbildungssituation deutlich schlechter als die von gleichaltrigen Deutschen. So absolvieren zum Beispiel nur rund ein Drittel der ausländischen Jugendlichen eine Berufsausbildung. Bei den deutschen Jugendlichen sind es hingegen rund zwei Drittel.
Wir brauchen daher unbedingt mehr Ausbildungsplätze für junge Migranten. Unternehmer mit Migrationshintergrund können dabei eine wichtige Rolle spielen. Derzeit gibt es in Deutschland rund 580.000 Betriebe, deren Inhaber Migranten sind. Ihre Wirtschaftskraft ist enorm und wächst immer weiter. Doch leider bilden sie zu wenig aus. Nur 14 Prozent beteiligen sich an der betrieblichen Ausbildung. Das ist deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 25 Prozent.
Die Ausbildungsbeteiligung dieser Betriebe muss dringend erhöht werden. An erster Stelle gilt es dabei ein Informationsdefizit zu verringern. Viele Unternehmer mit Migrationshintergrund sind kaum mit dem deutschen Bildungssystem vertraut. Sie wissen häufig nicht, ob und wie sie ausbilden können. Viele glauben zum Beispiel, ihr Betrieb sei zu klein oder sie dürften aufgrund ihrer fehlenden deutschen Staatsbürgerschaft nicht ausbilden. Hinzu kommen bürokratische, finanzielle und sprachliche Barrieren. Der Nachweis einer Ausbildungsberechtigung stellt für einige Betriebsinhaber ebenso ein Hemmnis dar wie die Angst vor zu hohen Ausbildungskosten und mangelnden Deutschkenntnissen.
Hier gilt es anzusetzen. So fördert die unionsgeführte Bundesregierung zum Beispiel seit kurzem Ausbilderseminare für Fachkräfte und Unternehmer mit Migrationshintergrund. Ziel: Bis Ende 2010 sollen 1.000 zusätzliche Migranten eine Ausbildungsberechtigung erhalten.
Wir brauchen noch mehr solcher Projekte. Das Motto muss lauten: Migranten bilden Migranten aus.
Damit stärken sie sich gegenseitig. Denn einerseits bekommen Migranten-Betriebe begehrte Fachkräfte. Andererseits eröffnen sich für die jungen Migranten neue Aufstiegschancen in unserem Land. Der Vorteil für beide Seiten liegt auf der Hand. Wir müssen nur zugreifen. Daher appelliere ich an alle Unternehmer mit Migrationshintergrund: Bildet aus!
Gründerkampagne für Deutschland
Im Koalitionsvertrag hatten Union und FDP eine Gründerkampagne vereinbart, die vor kurzem mit Leben gefüllt wurde: Die Bundesregierung hat die Initiative „Gründerland Deutschland“ auf den Weg gebracht. Für mich liegt hier ein ganz wichtiges Projekt der Legislaturperiode. Denn Unternehmensgründungen schaffen Arbeitsplätze, bringen den Wettbewerb in Schwung und fördern neue Ideen zu Tage. Gründer sind die schöpferische Kraft in unserem Land. Das Problem ist nur: Das Gründungsgeschehen in Deutschland kommt einfach nicht richtig in Schwung.
Laut aktuellen Zahlen gab es im letzten Jahr in Deutschland rund 410.000 Gründungen (bei gleichzeitig 397.000 Marktaustritten). Das ist zwar ein wenig mehr als im Vorjahr, aber im langfristigen Trend dennoch unbefriedigend. Zum Vergleich: 2003 konnten wir noch 508.600 Gründungen in Deutschland verzeichnen. Auch der internationale Vergleich ermuntert nicht. Mit einer Gründerquote von 3,8% liegen wir im Wettbewerb mit den hochentwickelten Volkswirtschaften der Welt auf den hinteren Plätzen. Was läuft hier falsch?
Deutschland hat eine hervorragende staatliche Gründerförderung. Unsere Förderprogramme – Finanzierung, Beratung, Information – gehören weltweit zu den Besten. Zudem wären die meisten Deutschen beruflich gerne selbstständig. Das zeigen Umfragen. Also haben wir eigentlich beste Voraussetzungen für eine dynamische Gründerkultur. Dennoch errichten nur wenige Menschen ein Unternehmen. Viele Menschen hält die Angst vor dem Scheitern davon ab. In dieses Bild passt auch, dass nur wenige Deutsche von sich behaupten, über das Wissen und Können für eine Unternehmensgründung zu verfügen.
Ich bin überzeugt: Das lässt sich ändern! Wir müssen bei den jungen Menschen ansetzen. Die gründungsbezogene Schulausbildung bildet die Achillesferse der Gründungskultur in Deutschland. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ist über die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland während ihrer Schulzeit überhaupt nicht mit dem Thema Selbständigkeit in Berührung gekommen.
Daher versuchte ich zum Beispiel auch in den Koalitionsverhandlungen dieses Thema immer wieder voranzutreiben. So schlug ich vor, die Initiative „Unternehmergeist in die Schulen“ zu stärken. Hier arbeiten unter der Federführung des BMWi überregionale Projekte zusammen, welche gründungsbezogene Ausbildungsprogramme an Schulen veranstalten. Ich bin froh, dass mit der Gründerkampagne der Bundesregierung dieses Initiative jetzt ausgebaut werden soll. Das ist der richtige Weg. Unternehmensgründung und Unternehmensführung müssen im schulischen Alltag ihren Platz haben. Dabei lautet das langfristige Ziel: Das Fach Wirtschaft muss bundesweit in den Lehrplänen der Schulen fest verankert werden.
Jetzt für ein Austauschjahr in den USA bewerben!

Dagmar Wöhrl MdB ruft Schülerinnen und Schüler sowie junge Berufstätige aus ihrem Wahlkreis zur Teilnahme am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) auf.
Im Rahmen des PPP zwischen dem Deutschen Bundestag und dem US-Kongress haben Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren sowie junge Berufstätige im Alter zwischen 16 und 24 Jahren die Möglichkeit, ein Austauschjahr in den USA zu verbringen.
Auch in diesem Jahr werden für den Zeitraum 2011/2012 wieder insgesamt 360 Stipendien vergeben. Die Schülerinnen und Schüler werden in amerikanischen Gastfamilien untergebracht und besuchen die örtliche High School. Für die berufstätigen Teilnehmer sieht das Programm den Unterricht an einem College und ein Praktikum in einem amerikanischen Betrieb vor.
Dagmar Wöhrl übernimmt auch dieses Mal wieder die Patenschaft für eine Teilnehmerin oder einen Teilnehmer aus ihren Wahlkreis Nürnberg-Nord. Die Bundestagsabgeordnete unterstützt das Programm seit vielen Jahren: „Ein Jahr lang in den USA zu leben ist für junge Menschen aus Deutschland eine wertvolle und interessante Erfahrung. Das PPP bietet ihnen die Möglichkeit, Land und Leute intensiv kennen zu lernen und darüber hinaus die Rolle als „junge Botschafter“ Deutschlands zu übernehmen. Als Nürnberger Bundestagsabgeordnete kann ich den Jugendlichen aus meinem Wahlkreis das Programm nur ans Herz legen“.
Für die Bewerbung zum PPP benötigen die Interessenten eine Bewerbungskarte, die auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages unter www.bundestag.de/ppp abrufbar ist. Gerne können die entsprechenden Unterlagen auch im Wahlkreisbüro von Dagmar Wöhrl angefordert werden. Bis zum 3. September 2010 ist eine Bewerbung möglich.
Im Rahmen des PPP haben jedoch nicht nur deutsche Jugendliche die Möglichkeit auf einen Aufenthalt in den USA, sondern in diesem Sommer kommen auch wieder zahlreiche amerikanische Schüler nach Deutschland. Dagmar Wöhrl ruft daher Familien in ihrem Wahlkreis auf, einen der jungen Gäste für ein Jahr bei sich aufzunehmen: „Der Austausch ist ein Gewinn für beide Seiten – er fördert das gegenseitige Verständnis und belebt die deutsch- amerikanischen Beziehungen – auf einer ganz persönlichen Ebene“.
Die für Nürnberg-Nord zuständige Organisation für die Unterstützung von Gastfamilien ist das Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU). Familien und Paare, die Interesse an einem amerikanischen Austauschschüler haben, können sich bei YFU melden (per Telefon: 040 22 70 020 oder per E-Mail: info@yfu.de). Nähere Informationen dazu sind ebenfalls im Wahlkreisbüro erhältlich.
Bundestagsabgeordnete aus der Region diskutieren über Afrika
Zum Abschluss der diesjährigen Afrika-Tage in Nürnberg diskutierten die CSU-Abgeordneten Dagmar Wöhrl und Michael Frieser mit ihren Bundestags-Kollegen Marina Schuster (FDP) und Uwe Kekeritz (Bündnis 90/Die Grünen) über das Thema „Ernährungssicherheit in Afrika“.
Ebenfalls zu Gast auf dem Podium war der Autor Wilfried Bommert, der die Diskussion mit zentralen Aussagen aus seinem Buch „Kein Brot für die Welt“ eröffnete: Von den derzeit 39 ärmsten Ländern der Welt befinden sich 30 auf dem afrikanischen Kontinent. Hunger und Armut werden sich durch die wachsende Weltbevölkerung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer mehr verschärfen. Die steigende Nachfrage nach Ressourcen kann durch die Ernten nicht mehr gedeckt werden. Die Ursachen für die Probleme in Afrika sind vielfältig – darüber waren sich die Podiumsteilnehmer einig. Nicht nur der Klimawandel, auch Kriege und Korruption, etwa im rohstoffreichen Land Kongo, verschlechtern die Lage der Menschen dort zusehends.
„Wenn ich eine Bilanz nach 50 Jahren deutscher Entwicklungshilfe ziehe“, so Dagmar Wöhrl, Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag, „dann wird vor allem Eines klar: Es liegt nicht am Geld allein, sondern es kommt darauf an, wie es eingesetzt wird. Die Politik muss stärker auf Hilfe durch Selbsthilfe ausgerichtet werden. Oberstes Ziel muss es sein, den afrikanischen Staaten zu helfen, Ernährungssouveräniät zu erlangen. Es gilt, die bäuerliche Landwirtschaft zu stärken, unter anderem durch eine Unterstützung bei Bodenreformen und Wasserbewirtschaftung“. Die bisher mangelnde Koordinierung der einzelnen Entwicklungsprojekte werde derzeit verbessert. Dafür sei eine Reform der Durchführungsorganisationen ein zentrales Projekt der christlich-liberalen Regierung. „Es ist wichtig, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein Gesicht hat und mit einer Stimme spricht!“, so Wöhrl.
Michael Frieser, Mitglied im Ausschuss des Bundestages für Menschenrechte, betonte, Entwicklungshilfe sei nicht nur die finanzielle Unterstützung ärmerer Länder, sondern liege im ureigensten Interesse von Staaten wie Deutschland: „Schon wegen der zunehmenden Migrationsströme aus Afrika betrifft Entwicklungspolitik uns alle. Es kann aber nicht das Ziel sein, eine virtuelle Mauer um Europa zu errichten. Wir müssen den Menschen auch Hoffnung geben“.
Wirtschafts- und Entwicklungszusammenarbeit muss politisch stärker unterstützt werden.
Mittelstand sollte in Projekte der Weltbank stärker einsteigen.
„Die Partnerschaft zwischen Privatwirtschaft und staatlicher Entwicklungszusammenarbeit muss künftig politisch stärker unterstützt werden“, sagte Dagmar Wöhrl, Ausschussvorsitzende für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
„Die deutsche Wirtschaft ist in der Entwicklungspolitik ein verlässlicher Partner, denn die allermeisten deutschen Unternehmen arbeiten international mit hohen ethischen Standards und haben im Ausland gerade deswegen einen erstklassigen Ruf“, so Wöhrl.
Das Engagement der Privatwirtschaft muss deswegen eng mit den staatlichen Entwicklungsorganisationen verzahnt werden. „Vor allem finanzielle Kooperationen müssen ohne bürokratische Hürden effizient und schnell erfolgen“, sagte Wöhrl weiter.
Deutscher Mittelstand soll Weltbankförderungen stärker nutzen
Wöhrl betonte in diesem Zusammenhang auch die besondere Bedeutung der Weltbank. „Mit der Finanzkrise ist die Bedeutung der Weltbank als Entwicklungsfinanzierer gestiegen“, so Wöhrl.
Vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeinsparung steigerte die Weltbank ihre Finanzierungen im Jahr 2009 um 24 Prozent auf insgesamt 3,3 Mrd. Dollar. „Große deutsche Unternehmen sind an den Projekten schon recht gut beteiligt, der deutsche Mittelstand hat hier Nachholbedarf. Ich würde mir wünschen, dass die Mittelständler ihre Chance ergreifen und stärker einsteigen. Auch die Politik ist gefordert, sie hierbei zu unterstützen“, sagte die Ausschussvorsitzende.
Bei weit mehr als 5000 Projekten laufen derzeit zwischen der Wirtschaft und den staatlichen Organisationen Kooperationen u.a. in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, Transport und Kommunikationen.


