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Dagmar G. Wöhrl

Bundestagsabgeordnete, Nürnberg Nord. Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
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Dagmar Wöhrl - 13. Mai 2009 Nürnberg

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Grußwort an Mesale e.V. zum Ausklang des Bildungsjahres 2008/2009 am 19. Juli 2009 in Nürnberg.

geschrieben am 19. Juli 2009

Als ich neuerdings den Kindergarten Mesale zusammen mit der Bundesbeauftragen der Bundesregierung für Integration besucht habe, war ich richtig beeindruckt. 
Die hellen, tollen Räumlichkeiten mit den vielen Bildern und Fahnen, 
die gleich die Vielfalt bildlich vermitteln; Die „deutsche Sprachgrenze“, 
ab der sich alle in einer gemeinsamen Sprache verständigen – ein fränkisches Novum, die Bundesbeauftragte war erstaunt, nirgendwo hatte sie so etwas gesehen. 
 Vor allem aber war ich begeistert von dem fröhlichen bunten Treiben: 
so viele Kinder aus so vielen verschiedenen Kulturen in einem so harmonischen und spielerischen  Miteinander!

Das ist gelebte Integration, das ist ein kreatives Beispiel, wie man es richtig macht!
Wie man schon früh verhindern kann, dass parallele Welten in unserem Land entstehen – ein Nebeneinander oder gar ein Gegeneinander! Und damit kann man nicht früh genug anfangen – die Neugier zu wecken
für andere Traditionen, Bräuche, kulturelle Sichtweisen. Aus Neugier wird Respekt, aus Respekt wird Bereicherung für alle Seiten! 
Gerade Kinder sind noch so unbefangen und aufgeschlossen.

Über Spiel, Musik, Kunst lässt sich der Austausch am besten fördern.
Und eine der besten „Integrationsmaßnahmen“ überhaupt sind doch die Märchen,
die auch ich meinen Kindern immer vorgelesen habe. 

Wenn wir sehen, wie Geister, Riesen, Zauberer, Drachen, Feen und Zwerge 
auch die Märchen aller anderen Nationen bevölkern, dann wissen wir schon früh: 
Menschen sind im Fühlen und Denken sicher verschieden, aber auch ähnlich.

Ich bin selbst mit den Geschichten aus der 1001 Nacht aufgewachsen und 
da habe ich gelernt: Aha, im Orient pflegt man sich mit fliegenden Teppichen fortzubewegen – eine sehr komfortable Alternative zum Besenstiel, fand ich… Also: Es gibt immer was zu lernen von den Anderen…  Und genau das wird hier bei Mesale vermittelt! Was der Verein mit 
viel Kreativität und ehrenamtlichem Einsatz leistet – das ist beispielhaft!  Sie haben richtig erkannt: Gelingende Integration ist immer ein Gewinn! 
Und zwar für alle Beteiligten!

Rede im PDF Format zum Download

Rede anlässlich Bayerischer Energietag „Energie und Klima- Schwerpunkte deutscher Politik“ am 17. Juli 2009 im Schloss Thurnau, Bayern

geschrieben am 17. Juli 2009

Bereits im letzten Jahr hatte ich die Gelegenheit, beim damals noch nordbayerischen Energietag dabei zu sein.  Es freut es mich sehr, dass nunmehr Bayern insgesamt in die Veranstaltung einbezogen ist.  Und nicht minder freut es mich, wie treffend die Veranstalter den Titel gewählt haben, nämlich „Wirtschaft pro Klima – ein starker Partner für erfolgreiche Lösungen“.
Dies ist ein klares wechselseitiges Bekenntnis: ebenso wie eine nachhaltige Wirtschaft den Klimaschutz braucht, braucht wirksamer Klimaschutz die Wirtschaft.
Denn innovative technologische Lösungen sind der Schlüssel für diese wohl wichtigste Zukunftsfrage. Und genau die kommen von kreativen und dynamischen Unternehmen,  die frühzeitig die erheblichen Chancen und Wachstumspotenziale dieser Märkte erkennen.

Wir stehen in der Energie- und Klimapolitik in der Tat vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel und die Verknappung der Rohstoffe bleiben gerade
in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise besonders aktuell. Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um durch wirksamen internationalen Klimaschutz
die natürlichen Lebensgrundlagen für unsere Kinder und Enkelkinder zu bewahren. Zugleich müssen wir die nur endlich vorhandenen Rohstoffe durch innovative Technologien und Verfahren optimal nutzen, um dauerhaft eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung in Deutschland zu gewährleisten.

Rede im PDF Format zum Download

Statement Dagmar Wöhrl anlässlich der Gründung der DESERTEC-Industrieinitiative am 13. Juli 2009 in München

geschrieben am 13. Juli 2009

Die Nachricht vom „Solarstrom aus der Wüste für Deutschland“ hat im besten Sinne des Wortes Wellen geschlagen. Die Pläne des DESERTEC Konsortiums sind durchaus als visionär zu bezeichnen – in Bezug auf die Technologien, das Potential und die Dimension des Vorhabens. Ohne Visionen gibt es auch keine Entwicklung. Eine Stromerzeugung, die verspricht, in großem Umfang verfügbar, grundlastfähig, CO2-frei und – zumindest zu einem späteren Zeitpunkt – wettbewerbsfähig zu sein, ist hochinteressant.

Das Bundeswirtschaftsministerium, zuständig für die Energieversorgung und die Stromnetze, ist an solchen innovativen Ansätzen naturgemäß besonders interessiert. Investitionen in Klimaschutz und Erneuerbare Energien sind notwendig, in Europa und bei unseren nahen Nachbarn in Nordafrika. Sie erschließen die Treibhausgasminderung, die wir brauchen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Und sie erschließen uns mit der Nutzung der Sonnenstrahlung in Solarkraftwerken einen Energieträger, der für die Energiebedürfnisse nahezu unbegrenzt vorhanden ist. Für den Klimaschutz ist es dabei nachrangig, wo die Emissionsminderung erfolgt und wo der in Solarkraftwerken erzeugte Strom verbraucht wird.

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Rede Begrüßung der „Expedition Zukunft“ am 12. Juli 2009 in Nürnberg

geschrieben am 12. Juli 2009

„Expedition Zukunft“ – das klingt nach Abenteuer und Herausforderung. Passt auch gut zu unserem 1. FC Nürnberg, an dessen „Arbeitsplatz“ Frankenstadion wir  hier stehen, um den Zukunftszug willkommen zu heißen. Forschung und Technologie zum Anfassen und Staunen: Damit wirbt der Zukunftszug. Doch was heißt das eigentlich:  Zukunft? Was wir verinnerlichen sollten: Zukunft ist nicht das, was auf uns zukommt.  Zukunft ist – wohin wir uns auf den Weg machen!

Deswegen ist es auch gut, dass wir uns heute auf den Weg in die Zukunft machen, dass wir einen „Einblick“ bekommen, wohin die Reise geht.  Ich denke, was wir für die Zukunft brauchen, ist vor allem ein „magisches Dreieck“. Damit meine ich das Zusammenwirken von Bildung, Forschung und Innovation. Wenn wir von Wirtschaft im nächsten Jahrhundert sprechen, gibt es ein Schlüsselwort: Bildung!
Im globalen Wettbewerb um Arbeitsplätze können unsere jungen Menschen nur mit einer exzellenten Ausbildung mithalten. Wir müssen Eliten stärker fördern, wir brauchen sie!  Wissen wird zum neuen Produktionsfaktor, zum wichtigsten Rohstoff,  zum entscheidenden Standortfaktor. Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Unsere Schätze liegen in unseren Köpfen, nicht in der Erde. Bildung ist unser „Erdöl“! Aus- und Weiterbildung, lebenslanges Lernen – das sind die Tickets für die Zukunft. „Ausbildung heute sichert den Fachkräftebedarf von morgen“. Wir brauchen die klugen Köpfe, und wir brauchen sie schon heute! Denn schon heute fehlen selbst dann noch 100.000 Fachkräfte, wenn man alle arbeitslosen Ingenieure, Naturwissenschaftler und IT-Fachkräfte einstellen würde. Und 2030, so eine aktuelle Studie der  Prognos AG, könnten es bereits 750.000 sein.

Wir müssen daher mehr Kinder frühzeitig fördern, müssen bereits im Kindergarten anfangen. Henry Ford hatte Recht, wenn er sagte: “Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt nicht im Forschungslabor, sie beginnt im Klassenzimmer.” Wir müssen die Jugendlichen für Berufe der Zukunft begeistern!

Rede im PDF Format zum Download

Rede anlässlich des Besuches der Staatsministerin Böhmer zum Integrationsgipfel am 10. Juli 2009 in Nürnberg

geschrieben am 10. Juli 2009

Vielfalt in die Betriebe bringen – Ausbildung junger Migranten fördern. Nürnberg ist bekanntlich eine besonders multikulturelle Stadt. Allein der Ausländeranteil beträgt 18%. Doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.Gleichzeitig hat sich Nürnberg früher als andere Großstädte mit der Zuwanderungsthematik befasst. Schon im Jahr 1972 legte das Sozialreferat dem Stadtrat einen ersten Bericht über die Ausländer in Nürnberg vor. Den seit 1970 im Stadtrat geführten Diskussionen folgte 1973 die erste Wahl zum Ausländerbeirat.

Vom Gastarbeiter zur Fachkraft der Zukunft. Die damalige Zeit war noch sehr stark geprägt durch die Gastarbeiter, die erste Generation der Zuwanderer. Die ausländischen Arbeitskräfte waren einer der Gründe weswegen man in Deutschland von einem Wirtschaftswunder sprechen konnte. Sie haben damals eine jährliche Wirtschaftsleistung im Wert von 20 Mrd. Euro erbracht. Und nicht nur das: Mit viel ehrenamtlichen Engagement haben sie zur Integration unserer Gesellschaft beigetragen. Ich möchte aber heute die Gelegenheit nutzen, um mit Ihnen über die zweite Generation und dritte der Zugewanderten zu sprechen – vor allem über ihre Ausbildung.

Denn das ist es was mich als Wirtschaftspolitikerin besonders bewegt.  Die erste Generation der Zugewanderten schwitzte ja bekanntlich meist noch an den Hochöfen, grub unter Tage nach Kohle und stand an den Fließbändern. Die jungen Migranten heute aber werden die Fachkräfte der Zukunft sein –   sie haben großes Potential. In der Altersgruppe bis 25 Jahre stellen sie einen Anteil von 28%.  Bei den unter 6-Jährigen sind es fast ein Drittel.

Trotzdem haben junge Migranten es schwerer einen Ausbildungsplatz zu finden. Lediglich ca. 24 Prozent der 18- bis unter 21-jährigen Migranten absolvierten 2007 eine Ausbildung. Bei den Deutschen in dieser Altersgruppe waren es ca. 57 Prozent. Ein gewichtiges Problem ist der hohe Anteil von Migranten unter Hauptschülern und jungen Menschen ohne Schulabschluss. Das zeigt sich auch hier in Nürnberg.  Der Anteil ausländischer Schüler an Grund- und Hauptschulen beträgt rund 28%, während er an Gymnasien gerade einmal 11% beträgt. An sieben Nürnberger Volksschulen ist der Ausländeranteil sogar höher als 50%. Zwar haben auch die Hauptschüler von dem Ausbildungsboom der vergangenen Jahre profitiert. (Rekord: 2008 sind in Mittelfranken rund 20.000 neue Ausbildungsverträge im Bereich der IHK und Handwerkskammer abgeschlossen worden)

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Integrationsgipfel mit Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer

geschrieben am 10. Juli 2009

Das Thema geht uns alle an!“ Dagmar Wöhrl MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, erklärt anlässlich des Besuchs von Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration am 10. Juli in Nürnberg:

Nürnberg ist bekanntlich eine besonders multikulturelle Stadt. Der Ausländeranteil von 18 Prozent ist doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Wir sprechen also nicht über eine kleine Gruppe, sondern über eine zentrale gesellschaftliche Frage, auch auf lokaler Ebene.
Beim Thema Integration kommt der Bildung eine besonders wichtige Rolle zu. Sie ist der Schlüssel, wenn es darum geht, Jugendliche mit Migrationshintergrund besser zu integrieren. Und das nicht nur aus gesellschaftspolitischen Gründen, sondern aus wirtschaftlichen. Denn das ist es, was mich als Wirtschaftspolitikerin besonders bewegt: Die jungen Migranten von heute werden die – dringend benötigten – Fachkräfte der Zukunft sein. Die Ausbildung dieser Jugendlichen ist daher nicht nur eine gesellschaftspolitische Herausforderung, sondern vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung als eine große Chance für unser Land zu sehen.

Pressemitteilung, Nürnberg 10.07.2009

2009.07.10_maria_böhmer_integrationsgipfel

Kulturelle Vielfalt als Chance

geschrieben am 10. Juli 2009

Auch heute habe ich wieder Topentscheider aus Berlin nach Nürnberg geholt, um vor Ort die Lage zu diskutieren. Zusammen mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Prof. Dr. Maria Böhmer, habe ich unter anderem den Kindergarten „Sternenhimmel“ des Mesale e.V. besucht. Meine Botschaft: Integration fängt schon bei den Kleinsten an.
Erstaunlich fand ich, wie unkompliziert der „Sternenhimmel“ die verschiedenen Kulturen unter einen Hut bringt und gleichzeitig für alle klare Regeln setzt. Eine tolle Idee ist zum Beispiel die „Sprachgrenze“, die quer durch den Kindergarten verläuft. Vor der Linie spricht jeder in seiner Muttersprache, hinter der Linie nur deutsch.
Wir brauchen mehr solche Beispiele. Im Gespräch mit den hiesigen Migrantenverbänden – die ich zusammen mit Staatsministerin Böhmer an einen Tisch geholt habe – wurde einmal mehr deutlich: Es muss auch weiterhin alles bewegt werden, damit Integration keine leere Phrase bleibt. Vor allem müssen wir multikulturelle Vielfalt endlich als Chance begreifen – insbesondere in Nürnberg. Durch die vielen Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Stadt haben wir ein enormes Potential.

2009.07.10_Sternenhimmel_Mesale

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